Natur

Tiroler Techniker wollen mit neuer Messmethode Sport revolutionieren

Ein in der Sportausrüstung integriertes Gerät in der Größe einer Zündholzschachtel soll dafür sorgen, dass alle Werte auf einmal gemessen werden und Sportler sowie Trainer ohne Zeitverzögerung die Ergebnisse erhalten.

Innsbruck – Mit dem Projekt „Bodyshell“, einem neuen System zur Erfassung von Messwerten der Dynamik bei Sportlern, wollen Tiroler Techniker laut eigenen Angaben den Profi- und Amateursport „revolutionieren“. Ein in der Sportausrüstung integriertes Gerät in der Größe einer Zündholzschachtel soll dafür sorgen, dass alle Werte auf einmal gemessen werden und Sportler sowie Trainer ohne Zeitverzögerung die Ergebnisse erhalten. Beim Skispringen soll die neue Methode erstmals zum Einsatz kommen, kündigte Mechatroniker Ronald Stärz vom Management Center Innsbruck (MCI) im Gespräch mit der APA an.

„Wir sind überzeugt davon, dass das Produkt Potenzial am Markt hat“, meinte Stärz, der mit zwei Kollegen seit rund drei Jahren in seiner Freizeit an „Bodyshell“ getüftelt hat. Es sei ein weiterer Schritt in der Unterstützung des Menschen durch die Technik. Mit der neuen Erfindung würden die unterschiedlichen Messgeräte gekoppelt und somit die Messtechniken miteinander verbunden, führte der MCI-Dozent das Projekt aus. Laut Stärz komme jede Sportart für die Verwendung von „Bodyshell“ infrage. Das Gerät könne beispielsweise in Helmen, Schuhen, an Schienbeinschonern oder an Gürteln angebracht werden.

„Das Skispringen ist jedoch am attraktivsten und komplexesten. Deshalb wollen wir mit dieser schwierigsten Aufgabe beginnen“, erklärte der Projekt-Begründer. Dort könne man durch das Einsetzen des Gerätes einen erhöhten Trainingserfolg verzeichnen, zeigte sich Stärz überzeugt. „Die Trainer bekommen die Daten per Funk und erhalten somit bereits während des Fluges alle Informationen“, meinte er.

Diese betreffen laut Stärz unter anderem die Flugbahn, die Anlauf- und Absprunggeschwindigkeit, die Höhe des Sprunges, Beschleunigungen, Gelenkswinkel, den Einfluss des Seitenwindes, die Belastung beim Aufsetzen sowie sämtliche Biodaten. Die Betreuer seien somit auch nicht mehr auf die oft Stunden bis Tage dauernden Ergebnisauswertungen der Videoaufnahmen angewiesen. Der Sportler wiederum werde durch das integrierte Gerät nicht von außen betrachtet, sondern messe sich quasi selbst.

Bereits im vergangenen Sommer habe man etwa eine Anfrage des russischen Skiverbandes erhalten, berichtete Stärz. Man wolle das Gerät jedenfalls im Skisprungbereich anbieten, nicht zuletzt um die Technik auszufeilen und zu verfeinern. Das Gerät könne je nach Sportart angepasst werden, also auch noch kleiner ausfallen, erläuterte der Dozent. (APA)