Musik und Passion locken Gäste in die Region Kufstein

Studie bestätigt hohen Nutzen des Kultura-Programms für die Ferienregion Kufstein. Rund 80 Prozent der Gäste wollen wiederkommen.

Von Wolfgang Otter

Kufstein –Tiroler Festspiele Erl, Beethoventage, Passionsspiele Thiersee und Erl, Operettensommer – kulturell wird im Ferienland Kufstein viel geboten und vor rund acht Jahren wagten daher die Touristiker einen mutigen Schritt: Kufstein und die Mitgliederorte der Ferienregion sollen eine Kulturdestination werden. Mittlerweile schlossen sich Veranstalter und Gastronomiebetriebe unter der Marke Kultura zusammen.

An die 300.000 Euro pumpt dafür die Ferienregion jährlich in die Veranstaltungen – von der Vermarktung bis zu Zuschüssen. Rentiert sich das Ganze überhaupt? Diese Frage wurde zusehends lauter. Daher beauftragte der Vorstand unter Obmann Hans Mauracher die Fachhochschule Kufstein, sich bei Gastronomiebetrieben umzuhören und eine Fallstudie zu erstellen. Das Ergebnis dieser Aufgabe konnte unlängst Roland Bässler, Leiter der FH-Studiengruppe, präsentieren und damit ein Lächeln auf das Gesicht von Mauracher und Ferienlandgeschäftsführerin Karin Scholz sowie ihrer Stellvertreterin Sabine Mair zaubern: Die Betriebe sind rundum zufrieden mit dem Angebot.

Bei den Beherbergungsbetrieben ziehen immerhin an die 50 Prozent einen sehr hohen wirtschaftlichen Erfolg aus dem Angebot. Es war niemand unter den Befragten, der meinte, dass das Kultura-Programm überhaupt keinen Nutzen habe. Der klassische Kultura-Gast ist zwischen 46 und 60 Jahre alt und verbringt zwei bis drei Nächte in der Region. Dabei empfindet der überwiegende Großteil der Betreiber der Beherbergungsbetriebe die Gäste als zahlungskräftig, die Touristen selbst würden wiederum das Kulturangebot zu 50 Prozent sehr gut und gut bewerten, ein Nicht genügend gab es nur von vier Prozent. 75 Prozent der Unternehmer meinten auch, dass die Gäste wiederkommen werden.

Auch die Gastronomiebetriebe wie Restaurants wurden befragt, wobei hier 77 Prozent den wirtschaftlichen Nutzen als sehr hoch einstuften. Der Rest deckt sich fast identisch mit den Ergebnissen der Beherbergungsbetriebe. Ganz eindeutig stellt die Kultura einen Imagegewinn für die ganze Region dar. Größtes Zugpferd sind nach Angaben der Gastronomen die Tiroler Festspiele Erl, gefolgt vom Operettensommer. Das Ergebnis, das eventuell durch eine Studie über die Meinung der Gäste im Sommer ergänzt wird, ist auf jeden Fall Auftrag für Mauracher: „Wir werden versuchen, jetzt auch den Handel mehr miteinzubeziehen, damit auch der einen Nutzen daraus ziehen kann.“ Wobei das Kultura-Programm nur eine von drei Säulen ist, wie GF Scholz ergänzte. Wichtig seien auch Natur und Gesundheit. Dies habe eine weitere Studie gezeigt. „Die dritte Säule Kultur hat die zwei anderen gestärkt“, sagte sie.