Tiefe Gräben entzweien die Tiroler Bergwacht

Innsbruck – Die Tiroler Bergwacht seit Wochen ohne Führung, Sachverhaltsdarstellungen, Schadenersatzklagen: Das Verhältnis zwischen den Teil...

Innsbruck –Die Tiroler Bergwacht seit Wochen ohne Führung, Sachverhaltsdarstellungen, Schadenersatzklagen: Das Verhältnis zwischen den Teilorganisationen der Bergschützer ist zerrüttet, tiefe Gräben entzweien die Führungsgremien.

So wurde erst jetzt bekannt, dass der ehemalige Leiter der Einsatzstelle Zirl wieder in Amt und Würden ist. „Ja, das stimmt, er wurde erneut mit der Leitung der Einsatzstelle betraut“, bestätigt ein Zirler Funktionär.

Für die Landesleitung ein Affront: Schon vor zwei Jahren hat der im Jänner zurückgetretene Chef der Landesorganisation, Manfred Krahbichler, zwei Sachverhaltsdarstellungen an die Staatsanwaltschaft geschickt. Der Grund: Der Zirler Einsatzstellenleiter, damals auch Chef des Bekleidungsreferates, soll über 20.000 Euro unterschlagen haben. Die Staatsanwaltschaft prüfte den Fall, kam aber zu einem anderen Schluss. Die Löcher in den Kassen seien durch die unsachgemäße Buchführung entstanden. Kein Strafdelikt also, zumal der angezeigte Funktionär über keinerlei Fachkenntnisse in der Buchhaltung verfügte. Das Ermittlungsverfahren wurde daher eingestellt.

Dennoch legte der Funktionär seine Ämter zurück. Die Landesleitung gab sich mit der Einstellung des Verfahrens noch nicht geschlagen. Die Bergwachtführung wandte sich mit einer Schadenersatzklage gegen den Zirler an das Zivilgericht. Eine Entscheidung steht allerdings noch aus.

Was die Zirler Bergwächter nicht daran hinderte, ihren früheren Chef wiederzuwählen. (tom)