20 Reha-Plätze für Kinder mit Autismus geschaffen
Innsbruck – Autismus ist mittlerweile keine unheilbare Krankheit mehr: Ein Betroffener trainiert seine kommunikativen Schwächen und baut sei...
Innsbruck –Autismus ist mittlerweile keine unheilbare Krankheit mehr: Ein Betroffener trainiert seine kommunikativen Schwächen und baut seine eigenen, besonderen Stärken aus. Die erfolgreiche Forschung auf dem Gebiet der vergangenen zehn Jahre fließt in eine neue Reha-Einrichtung in Innsbruck. Landesrat Gerhard Reheis wird das Projekt „Aurea“ heute eröffnen: „Das ist eine wichtige und zeitgemäße Einrichtung, die eine multifunktionale Therapie anbieten kann“, sagt Reheis bei der Vorstellung des Projekts.
Einer von 100 Menschen leidet an einer Form des Autismus-Spektrums. Betroffene sind in sich gekehrt und müssen sich soziales Verhalten, das andere nebenbei erlernen, erst antrainieren. 20 Kinder im Alter zwischen zwei und zwölf Jahren erhalten durch Aurea eine „auf sie abgestimmte spezielle Förderung, damit sie ihre kognitiven und sozialen Fähigkeiten entwickeln und in ihrer Umwelt einsetzen können“, ergänzt Harald Meller, Vorsitzender der Gesellschaft für Psychotherapeutische Versorgung Tirol.
Diese Gesellschaft sowie die Gesellschaft für Psychische Gesundheit und die Autistenhilfe Tirol gehören der Eigentümergemeinschaft an. Bis Ende des Jahres soll die Kapazität von 20 auf 40 Plätze verdoppelt werden. Laut Landesrat Reheis werde in weiteren Schritten die Versorgung in den Bezirken sichergestellt. Finanziert wird das Projekt über die Reha-Förderungen. Die Einrichtung war notwendig geworden, weil das Land den Vertrag mit der umstrittenen und vor Gericht behandelten „Rehabilitationsstätte DDr. Banffy“ gekündigt hatte.
Autismus ist eine tiefgreifende Entwicklungsstörung, die sich meist schon im frühen Kindesalter bemerkbar macht. Hartmann Hinterhuber, der Präsident der Gesellschaft für Psychische Gesundheit betont, dass Kinder auf eine rasche Diagnose angewiesen seien, „um früh als möglich eine gezielte Förderung zu erhalten“. Mit der Einrichtung Aurea soll auch die Information zu Autismus verbessert werden. Landesrat Gerhard Reheis erhofft sich davon Einiges: „Es geht auch darum, zu erkennen, ob jemand an Autismus leidet.“
Geschäftsführerin Gabriele Steiner weist auf die Ziele von Aurea hin: „Eine spezielle förderpädagogische Unterstützung hilft autistischen Kindern ein erfülltes Leben in unserer Gesellschaft zu führen“, sagt sie.
In der Reha-Einrichtung wird auf die Muchitsch-Methode vertraut. Elvira Muchitsch, Leiterin des Kompetenzzentrums für Autismus in Wien, erklärt ihr Modell: „Es wurde in den vergangenen 40 Jahren zusammen mit den Kindern in Wien entwickelt. Es ist ein ganzheitliches Konzept zur Förderung der Motorik, Wahrnehmung, Sprache, Emotionalität, des Denkens und Sozialverhaltens.“ Es biete den Kindern eine große Chance, „ihre Defizite zu verbessern und ihre oft hervorstechenden Eigenschaften zu fördern und in die richtige Bahnen zu lenken“.
(chris)
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