Steuerberater und Schüler arbeiten in Tirol eng zusammen

Bereits sechs Bundesländer haben das in der BHAK Innsbruck entwickelte praxisorientierte Ausbildungssystem übernommen.

Von Lisa Pranter

Innsbruck –Die Schüler der Bundeshandelsakademie in Innsbruck steigen nicht erst nach der abgelegten Matura, sondern bereits während ihrer Schulausbildung in den Berufsalltag ein. Möglich macht das der schulautonome Ausbildungszweig Controlling, Wirtschaftspraxis und Steuern (CWS), der an der BHAK in Innsbruck entwickelt wurde. Bei diesem Ausbildungssystem handelt es sich um eine Partnerschaft der Tiroler Wirtschaftstreuhänder mit den Schülern der Bundeshandelsakademie in Innsbruck.

Bereits ab der zweiten Schulstufe bekommen die Schüler im Rahmen von Praxistagen die Möglichkeit, die Arbeitswelt der Steuerberater kennen zu lernen, Praktika in den Ferien runden dieses Ausbildungssystem ab. Dabei bekommt jeder Schüler einen Betreuer zur Seite gestellt, der ihn während der gesamten Schulzeit begleitet. In der vierten Klasse, in der zurzeit 17 Schüler betreut werden, gibt es monatlich einen fixen Praxistag, den die Jugendlichen in den Steuerberatungskanzleien ihrer Paten verbringen. Dort können die Schüler dann die in der Schule erlernte Theorie gleich in die Praxis umsetzen. So arbeiten die Jugendlichen etwa bei der Lohnabrechnung. Finanz- oder Bilanzbuchhaltung mit.

Der Start des Projekts erfolgte im Schuljahr 2008/09 und mittlerweile haben auch sechs weitere Bundesländer, darunter Wien und Niederösterreich, das Tiroler Modell übernommen. Die Initiatoren des Projektes, Josef Sporer, Präsident der Kammer der Wirtschafts-treuhänder Tirols, und Hubert Deutschmann von der BHAK in Innsbruck, sind vom Erfolg dieser praxisnahen Ausbildung überzeugt. Da die Jugendlichen schon früh in einer Steuerberaterkanzlei integriert würden und während der Ausbildung bereits Berufserfahrung sammeln könnten, sieht Kammerpräsident Sporer diese Ausbildung als Win-win-Situation für alle: „Die Schüler kennen die betrieblichen Abläufe bereits und sind bestens auf die Arbeitswelt vorbereitet, daher ist diese Partnerschaft auch für die Steuerberater von Vorteil.“

Aber nicht nur die Initiatoren und Steuerberater sind mit der praxis-orientierten Ausbildung zufrieden. Romana Lechner, Schülerin der vierten Klasse, arbeitet sehr gerne bei der Treuhand Union: „Mir wird Vertrauen entgegengebracht und ich darf bereits beginnen, eigene Klienten zu bearbeiten.“

Durch die Arbeit der Schüler in den Steuerberaterkanzleien fließen auch wichtige Impulse der Schüler in die Schule zurück.