Tiroler Firma will Wasser vom Dachstein exportieren
Karlheinz Muhr, Grasser-Freund und einst Berater beim Buwog-Verkauf, will Wasser vom Dachstein vermarkten. Bundesforste halten Wasserrechte.
Von Max Strozzi
Innsbruck, Obertraun –Das Tiroler Unternehmen Alpine Water will Wasser aus dem Dachsteinmassiv anzapfen und es als Premium-Mineralwasser weltweit vermarkten. Johannes Marsoner, Geschäftsführer von Alpine Water, bestätigte entsprechende Pläne, die die Oberösterreichischen Nachrichten jüngst veröffentlicht hatten. „Untersuchungen haben ergeben, dass es in diesem Gebiet das ideale Wasser dafür gibt“, so Marsoner zur TT. „Hauptsächlich soll das Mineralwasser in die USA exportiert werden. Vermarktungspläne gibt es bereits.“ Die Genehmigungsverfahren seien in Gang. „Das Projekt ist noch jung. Wir denken, dass 2013 der Startschuss fallen könnte.“ Laut OÖN sollen in Obertraun eine Abfüllanlage und 20 Jobs entstehen. Das Wasser stamme vom Dachsteinplateau, wo es durch Salinen und Kiesschichten sickert und sich mit Mineralien anreichert. Investitionen von 20 bis 25 Mio. Euro seien geplant. „Im Endausbau könnte es diese Summe werden“, bestätigt Marsoner.
Der Boden, aus dem das Wasser kommt, gehört den Bundesforsten. Auch halten die Bundesforste die Wasserrechte. Laut OÖN würden die Bundesforste den Grund verpachten. „Wir haben ein Vertragsverhältnis mit Alpine Water“, hieß es gestern seitens der Bundesforste. Näheres, auch zu den Wasserrechten, war zunächst nicht zu erfahren.
Die Alpine Water Produktions- und Vertriebsgesellschaft mit Sitz in Innsbruck gehört zu 98,5 % der Haldenhof Privatstiftung mit Sitz in Innsbruck. Erststifter ist der Investmentbanker Karlheinz Muhr. In Österreich ist Muhr kein Unbekannter. Der 54-Jährige geriet im Zuge der Buwog-Affäre rund um seinen Freund und Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser in die Schlagzeilen. Grasser-Freund Muhr hatte im Bieterrennen um den Verkauf der Bundeswohnungen die letztlich siegreiche und laut Zeugen von Grasser favorisierte US-Investmentbank Lehman Brothers beraten. Muhrs damalige Firma Valoris erhielt 433.000 Euro Honorar. Muhr hat auch eine Vermögensverwaltungsfirma in Kitzbühel, lebt aber in den USA. Dort ist er CEO des Hedgefonds QFS Asset Management.
Ebenfalls mit im Boot bei Alpine Water ist Florian Krenkel. Dem ehemaligen Pressesprecher von Ex-Bundeskanzler Wolfgang Schüssel gehören 0,5 % an der Firma. Weitere 0,5 % hält Designer Stefan Umdasch. Die restlichen 0,5 % gehören Muhr selbst.
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