Die Rückkehr der Wintersporttradition

Ein strenger Winter erlaubt Langlaufen und Skirennen nach vielen Jahren des Wartens auch in niederen Tallagen des Bezirkes Imst.

Von Bernhard Stecher

Haiming, Sautens, Oetz, Umhausen –Langlaufloipen im Inntal und am Eingang des Ötztales, Skirennen auf Höhe des Dorfes Umhausen: Der Prachtwinter sorgt nach einer längeren Pause für eine Rückkehr der Wintersporttradition.

Wann in Sautens das letzte Mal eine Langlaufloipe gespurt worden ist, daran kann sich TVB-Obfrau Christine Hackl schon gar nicht mehr genau erinnern: „Als es das letzte Mal richtig geschneit hat, das ist aber schon lange her. Sicher sieben, acht Jahre.“ Man stehe aber jedes Jahr Gewehr bei Fuß und habe sich heuer das Spurgerät kurzerhand von den Haimingern ausgeliehen, berichtet Hackl. Das sei eben das Praktische an einem Talverband, dass man da „Dinge einfach hin und her schieben kann“. Derart sei man gut für den Ernstfall gewappnet und könne bei Bedarf rasch reagieren. Der Start der Loipe erfolgt beim Schwimmbad, der Verlauf folgt der Ötztaler Ache bis hinaus hinter Brunau.

In Umhausen kann nach mehreren Jahren Pause am Sonntag endlich wieder die dorfeigene Skivereinsmeisterschaft am Wiesolpen durchgeführt werden. Das ist jener Hang, der taleinwärts gesehen links neben dem neuen Kurzentrum vorbeiführt. Hier wurden bereits in den 1980er-Jahren Wettkämpfe ausgetragen. Zwar ist diesmal auf der Ausschreibung des Sportvereines auch wieder eine Reservestrecke in Niederthai angeführt, angesichts der vorherrschenden Temperatur muss diese aber mit großer Wahrscheinlichkeit nicht in Anspruch genommen werden.

Das Besondere an der Wies­olpenstrecke: Nachdem kein Lift vorhanden ist, stapfen die Läufer wie ehedem per pedes den Hang hinauf. „Eine schöne Tradition“, sagt Sportvereinsfunktionär Hans Holzknecht, schade nur, dass diese nur alle paar Jahre gepflegt werden könne.

Sektionsobmann Ronald Scheiber will bis zum Rennen aber noch eine Erleichterung installieren. „Für die älteren Teilnehmer und die Fauleren“, wie er meint. Ein Skidoo, an dem ein Seil mit alten Schleppliftbügeln montiert ist, soll dann bis zu 20 Teilnehmer gleichzeitig an den Start befördern. Der Schneeuntergrund wird seit Dezember sorgfältig gewalzt.

Die Schneebedingungen für die Skifahrer sind weiter talauswärts auch in Hochoetz perfekt, im Talgrund befindet sich derzeit freilich der einzige weiße Fleck in der Traumlandschaft der Ötztaler Langläufer. „Bei uns ist der Bedarf an einer Loipe nicht gegeben“, erklärt Christof Rauch vom TVB, „außerdem sind die Grundvereinbarungen ausgelaufen, sodass erst wieder verhandelt werden müsste.“