Töchterle lehnt Finanzaufsicht ab
Nach den Bundesärzten spricht auch das Verwaltungspersonal der Uni-Spitze das Misstrauen aus. Die 700 Mitarbeiter sind bereit, 500.000 Euro einzusparen. Tilg will gemeinsame Klinik-Betriebsgesellschaft mit Uni.
Von Anita Heubacher
Innsbruck –Die Bilder ähneln einander: Hatten am Mittwoch die Bundesärzte zur Betriebsversammlung gerufen, taten dies gestern die Betriebsräte des allgemeinen Uni-Personals. Der große Hörsaal der Pharmakologie war bis zum letzten Platz gefüllt. Das Damoklesschwert von Kürzungen schwebt auch über dem Verwaltungspersonal und dem technischen Dienst. 700 Mitarbeiter beschäftigt die Medizin-Uni (MUI) bzw. der Bund in diesen Bereichen.
Der MUI fehlen 5,5 Millionen im Budget. In der Verwaltung sollen 500.000 Euro eingespart werden. Die Bundesärzte drohen damit, keine Wochenend- und Nachtdienste mehr zu machen, damit das Budgetloch gestopft werden kann.
Einsparpotenzial in der Verwaltung sieht auch die Betriebsratsvorsitzende des allgemeinen Uni-Personals Monika Viehweider. Kündigungen dürfe es aber keine geben, erklärte sie bei der Betriebsversammlung. Mit einem Alternativangebot will man das Schlimmste verhindern. 104 Stellen laufen in der Verwaltung aus. Nachbesetzt sollen nur noch die notwendigsten Stellen werden. Unumgänglich sei, dass Karenzstellen nachbesetzt würden. Mitarbeiter, die Boni erhalten, sollen auf ebendiese verzichten. Das Sparpaket erhielt letztlich die Zustimmung der versammelten Belegschaft.
So wie die Bundesärzte sprach auch das allgemeine Universitätspersonal dem Rektorat und dem Unirat das Misstrauen aus. Man traut dem Rektor nicht zu, die Geschäfte zu führen. Die Finanzmarktaufsicht solle der Uni-Leitung auf die Finger sehen, lautet der Wunsch der Belegschaft.
„Wir haben bereits vor einem Jahr die Uni vor dem drohenden Budgetloch gewarnt, das Rektorat hat das aber ignoriert“, erklärte Viehweider. Das Alternativprogramm zu Kündigungen sowohl bei den Bundesärzten als auch in der Verwaltung hat allerdings die Unispitze samt Unirat und Senat mitausgearbeitet.
Kopfschütteln löst das beim Betriebsratsvorsitzenden der Tilak, Gerhard Hödl, aus. Er vertritt in seiner Funktion die Landesärzte. Diese müssten, wenn die Bundesärzte ausfallen, die Wochenend- und Nachtdienste übernehmen. „Das wird sich nicht spielen. Das Arbeitszeitgesetz ist einzuhalten“, erklärte Hödl gegenüber der TT. Dass die Landesärzte aus Solidarität mit ihren Kollegen vom Bund den Dienst verweigern würden, sei nicht der Fall. „Die Betriebsräte der Bundesärzte haben sich mit uns nicht abgesprochen.“ Hödl kann überhaupt nicht nachvollziehen, „dass man auf dem Rücken der Patienten Geld vom Bund oder Land erpressen will“. 60 Prozent der Ärzte sind Landesbedienstete. Von den 550 Landesärzten wäre rund die Hälfte betroffen. Die Fachärzte müssten für die Kollegen vom Bund einspringen. Kein gutes Haar lässt Hödl an der Uni-Führung. „Rektorat und Unirat gehören ausgetauscht.“
Hödls Pendant bei den Bundesärzten, Martin Tiefenthaler, bekräftigt, dass die Bundesärzte Dienst machen würden, wenn ihre Arbeit bezahlt wird. „Der Rektor muss das Geld auftreiben. Er hat uns für die Dienste aus Spargründen gesperrt.“
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