Imst wartet elektrisiert auf das große Schemenlaufen
Morgen steht der Höhepunkt der Imster Fasnacht am Programm. 900 Aktive sind für das farbenprächtige Spektakel bestens vorbereitet.
Von Alexander Paschinger
Imst –Für den interessierten Besucher des Imster Schemenlaufens beginnt die traditionsreiche Brauchtumsveranstaltung am Sonntag um 9.30 Uhr mit dem Aufzug. Da ziehen die verschiedenen Fasnachtsgruppen sowie die sieben großen Wägen aus allen Teilen los und hinauf vom Stadtplatz zur Pfarrkirche. Denn dort startet um 12 Uhr (die Zeit richtet sich nach der Fasnacht) das Schemenlaufen. Sieben „Kroase“ werden auf dem insgesamt sechsstündigen Zug zum Stadtplatz gebildet, bevor nach dem „Zsammschallen“ und dem Betläuten die Fasnacht glücklich beendet sein wird.
Dahinter steht freilich viel mehr Arbeit und Organisation, als der Zuschauer vermuten mag. „In den letzten drei Tagen war mein Handy-Akku jeweils schon zu Mittag leer“, klagt der stellvertretende Obmann der Imster Fasnacht, Luis Schlierenzauer. Gestern etwa wurde noch eine Ausstellung im Haus der Fasnacht eröffnet, danach gab‘s noch einen Fasnachtsvortrag. Heute folgt noch ein Termin im Vorfeld: Die Ehrengäste werden in der Hörmann-Galerie offiziell begrüßt.
Die wahren Vorbereitungen laufen freilich schon seit Monaten. Fleißige Mütter, Frauen, Töchter und Bekannte arbeiten schon lange an den Ausstattungen. Diese Woche wurde der Eibenkranz an den Aufputzen (Kopfschmuck) der Schaller angebracht. „Keine Ahnung, was da los ist, aber heuer hatte es einen Engpass gegeben“, sagt Evi Gritsch, die selbst an sechs Aufputzen mitgearbeitet hatte.
Noch länger waren die Wagenbauer an der Arbeit. Sie ziehen heute bereits auf den Stadtplatz. Morgen werden sie beim Aufzug versuchen, zu „schliefen“. Es geht wie immer um ein Dachstück in der Floriangasse. Da sind die Wagenbauer schon ab dem Sommer nächtens mit eigenartigen Holzaufbauten am Auto gefahren. „Und trotzdem soll einer wieder zu groß sein“, so Schlierenzauer. Dann müsse halt wieder eine Motorsäge herhalten.
„Erstmals“, wurde an den Stammtischen geklagt, würden heuer die Herolde und die Engelspritzer nicht auf Pferden einreiten. „Ja“, verteidigt Komitee-Mitglied Schlierenzauer, „das ist eine Frage der Sicherheit und der Haftung.“ Nicht jeder könne reiten und für die Tiere selbst sei der Auftritt zwischen Sirenen und Schallen „ein Stress“.
In dieser Woche wurde aber auch fleißig gewerkelt: Tribünen wurden aufgestellt und auch die Fasnachtsbrücke über den Schinderbach geschlagen. Sie wird nur von den Fasnachtern in der Pause (15 Uhr) verwendet, um ins Warme zu kommen.
Apropos Wärme: Auch das Rote Kreuz ist am Sonntag voll im Einsatz. Zum einen versorgt es die rund 900 Aktiven Fasnachter in der Pause mit Tee und Würstln. Angesichts der zu erwartenden eisigen Temperaturen betreut es zum anderen eine Wärmestation im Würtenbergerhaus am Eingang der Kramergasse.
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