Hauchdünne Mehrheit für Trinkwasserkraftwerk

Radfelds Bürgermeister musste sich geschlagen geben: Vizebürgermeister legt in zwei Monaten Angebot für Kraftwerk vor.

Von Walter Zwicknagl

Radfeld –Mit einer Unterschriftenaktion wollte schon im Vorfeld der Gemeinderatssitzung die Liste „Zukunft für Radfeld“ die Stimmung in der Radfelder Bevölkerung erkunden. Pro oder kontra Trinkwasserkraftwerk war die Kernfrage, weil die rasche Realisierung der dritten Baustufe der Rettenbachquellen ansteht. „Wir haben 450 Unterschriften gesammelt. Und das drückt wohl die Meinung der Mitbürger aus“, wusste Gemeinderat Fritz Fischler von der Bürgermeisterliste. „Ich habe nach wie vor große Bedenken, das Wasser zuerst durch eine Turbine zu leiten und dann als Trinkwasser zur Verfügung zu stellen“, stellte BM Auer fest, ehe er zur Abstimmung schritt. Zu bedenken gab er auch, dass ein derartiges Projekt einer Fremdfinanzierung bedürfe. Mit acht Stimmen hatten schließlich die Vertreter der Gemeinderatslisten „Allgemeine Radfelder Liste“ von Vizebürgermeister Friedrich Huber und die Gemeinschaftsliste von Thomas Laimgruber die Oberhand. Sieben Stimmen hatte die Bürgermeisterliste, die vehement gegen ein Trinkwasserkraftwerk auftrat.

„Und wie stellt ihr euch jetzt die Realisierung dieses Projektes vor?“, fragte der Gemeindechef. An den genannten Kosten von 250.000 Euro zweifelte Vizebürgermeister Huber. Er will jetzt Angebote einholen und die Voraussetzungen für die Doppelnutzung des Wassers von der Baulichkeit her schaffen. In den nächsten zwei Monaten sollen Angebote auf dem Tisch liegen, dann muss wieder diskutiert werden.