Brennender Wunsch nach Freiheit am Dach der Welt

Am 8. Februar fand die weltweite Mahnwache für Tibet in Innsbruck statt, um an die Unterdrückung der Tibeter durch die chinesische Regierung zu erinnern.

Von Miriam Hotter

Innsbruck –Die Hoffnung auf Unabhängigkeit ist noch nicht erloschen. Das zeigten die Mitglieder der Tibetischen Gemeinschaft Österreich (TGÖ) und die 15 tibetischen Flüchtlinge in Tirol bei der Mahnwache in Innsbruck. Viele der Flüchtlinge mussten ihre Familien in ihrem Heimatland, das vom kommunistischen China besetzt wird, schweren Herzens zurücklassen. Einer von ihnen ist der 37-jährige Sampa Dondop aus der tibetischen Stadt Kham.

Sampa trägt die bunte Nationalflagge Tibets um seine Schultern, als er sich vor dem Landesmuseum in Innsbruck an seine Flucht aus seiner Heimat vor sieben Jahren erinnerte. „Ich war Mönch in einem Kloster in der Hauptstadt Lhasa. Nach und nach fand eine Umerziehung durch die Chinesen statt. Als ich mich damals weigerte, meinen Glauben und alles, was mir wichtig war, zu verleugnen, musste ich das Kloster verlassen. Die Militärpolizei installierte Kameras in meinem Dorf, um jeden Einzelnen zu bewachen“, erzählte Sampa. „Die Polizei stürmte regelmäßig mein Haus und durchsuchte alles“, fügte der dreifache Familienvater hinzu. „Ich musste flüchten, um dem Gefängnis zu entkommen.“

Um das Geld für das Flugticket nach Europa finanzieren zu können, verkaufte Sampa sein Vieh und den Familienschmuck. Mit einem Fluchthelfer gelangte er nach Tirol. „Meine Frau und meine zwei jüngsten Kinder sind bei mir, aber mein ältester Sohn (11) und meine Eltern sind immer noch in Tibet“, erklärte Sampa, der seine Angehörigen sehr vermisst. „Seit zwei Monaten habe ich keinen Kontakt mehr, die Telefone und das Internet sind gesperrt.“

Die Situation in Tibet spitzt sich seit den Unruhen im Jahr 2008 immer mehr zu. Die gesamte Region steht unter Kriegsrecht. Seit 2008 haben sich 17 Tibeter selbst angezündet, um sich eine Stimme zu geben. Der TGÖ fordert von der UNO, eine Untersuchungskommission nach Tibet zu senden. Tseten Zöchbauer von der TGÖ appellierte an die UNO: „Tibet brennt. Bitte rettet uns.“