Landespolitik

Mehr Sicherheit für Land könnte Kredite verteuern

Die Wohnbauförderung steht auf dem Prüfstand. Das Land überlegt, den ersten Rang im Grundbuch einzunehmen. Das würde Banken verdrängen.

Von Anita Heubacher

Innsbruck –Im Zweifelsfall hat der die Nase vorn, der im Grundbuch ganz vorne steht. Der Kreditgeber im ersten Rang ist am besten abgesichert, er kann am ehesten darauf bauen, dass er sein Geld wiedersieht.

Das Land überlegt, die Wohnbauförderungsdarlehen auf den ersten Rang zu reihen. Banken würden dann auf die Plätze verwiesen. „Das höhere Risiko könnten die Banken durch höhere Kosten für Kredite abdecken“, fürchtet VP-LA Jakob Wolf. Er sitzt nicht nur im Landtag, sondern auch dem Aufsichtsrat der Neuen Heimat Tirol vor. Für die gemeinnützigen Wohnbauträger könnte der nun vorliegende Gesetzesentwurf abträglich sein. Wolf rechnet damit, dass die Banken 0,5 Prozent bei den Kreditkosten aufschlagen könnten. Durch Basel III seien die Banken gefordert, möglichst wenig Risiko bei der Kreditvergabe einzugehen. Kredite müssten damit höher besichert werden.

Der zuständige Landesrat Hannes Gschwentner (SP) will im Wohnbauförderungsbeirat „auf alle Fälle noch einmal beraten“. „Wenn es tatsächlich für die Kreditnehmer teurer wird, machen wir das nicht.“ Gschwentners Überlegungen brächten mehr Sicherheit für die öffentliche Hand. Sie würde weniger oft durch die Finger schauen, wenn sie den ersten Rang einnehmen würde. Derzeit sind 3,4 Milliarden Euro an Wohnbauförderungsdarlehen draußen. Das entspricht einer Vergabe von 230 Millionen Euro im Jahr. „Die Ausfälle sind gering, allerdings in den letzten zwei Jahren gestiegen“, erklärt Gschwentner gegenüber der TT. „Wir sind ein bisschen vorsichtiger geworden.“

Nun seien die Bauträger am Zug, meint Gschwentner. Sie müssten der Landespolitik vorrechnen, um wie viel die Kosten steigen würden, wenn das Land Nummer eins wäre.