Neue Vorwürfe gegen Ex-Chef
Nach der Rücktrittswelle in der Bergwacht werden heute die neuen Leiter bestellt. Ob damit Ruhe einkehrt, ist allerdings ungewiss.
Von Thomas Hörmann
Innsbruck –Private Ursachen und Stress: So begründete Manfred Krahbichler, Ex-Landesleiter der Tiroler Bergwacht, seinen überraschenden Rücktritt. Wie berichtet, haben auch sein Stellvertreter und der Landesgeschäftsstellenleiter Peter König ihre Ämter zur Verfügung gestellt.
Dass die „privaten Gründe“ keineswegs nur privat sind, belegt jetzt ein Brief, der der Tiroler Tageszeitung zugespielt wurde – ein Schreiben, mit dem Peter König am 31. Dezember 2011 seinen Rücktritt begründete.
Der nunmehrige Ex-Leiter der Landesgeschäftsstelle wirft Krahbichler vor, Fahrtkosten Monate verspätet und daher unrechtmäßig abgerechnet zu haben. Gleichzeitig hätten andere Bergwachtsmitglieder aufgrund verspäteter Einreichungen auf ihren Kostenersatz verzichten müssen. Außerdem soll Krahbichler Fahrten abgerechnet haben, die er gar nicht durchgeführt hat. Krahbichler weist die Vorwürfe zurück: „Ich bin 2011 rund 42.000 Kilometer für die Bergwacht gefahren, 10.000 Kilometer habe ich tatsächlich abgerechnet“, ist sich der Ex-Chef der Bergwacht keiner Schuld bewusst.
Aber nicht nur innerhalb der Führung gab‘s Querelen. Vor allem die Einsatzstelle Zirl gilt als Zankapfel: So ist der Zirler Chef, der aufgrund schlampiger Buchführung und eines 20.000-Euro-Minus in der Kasse zurücktrat, gegen den Willen der Landesführung wieder in Amt und Würden. Für LHStv. Hannes Gschwentner ein Unding: „Bei der Bergwacht gibt‘s wie überall Gute und Schlechte. In Zirl sind eher die Schlechten am Werk“, so sein Kommentar.
Gschwentner hofft, dass die Querelen mit der heutigen Wahl der neuen Führung beendet werden. Vier Kandidaten haben inzwischen ihre Bewerbungen für die Nachfolge Manfred Krahbichlers eingereicht.
Kommentare