Bei der Integration fördern und fordern
300 Zuhörer folgten der Einladung des Kuratoriums Sicheres Österreich und diskutierten unter anderem mit Staatssekretär Kurz.
Innsbruck –Der Landesklub Tirol des Kuratoriums Sicheres Österreich hatte geladen und knapp 300 Zuhörer waren gekommen. Unter dem Titel „Integration zwischen fördern und fordern“ und unter der Leitung von TT-Chefredakteur Mario Zenhäusern wurde am Dienstagabend in der Aula der Innsbrucker SoWi intensiv und sachlich über dieses heiße Thema diskutiert. Integrationsstaatssekretär Sebastian Kurz (VP) sieht sich nach eigener Aussage zwei großen Herausforderungen gegenüber: „Wir haben in der Vergangenheit in Integrationsfragen vieles nicht gut gemacht und dem Zufall überlassen. Außerdem ist die politische Debatte eintönig und es wird immer von Opfern und Tätern gesprochen.“ Kurz forderte gegenseitigen Respekt ein und machte sich für ein zweites verpflichtendes Kindergartenjahr stark. Migranten, die ihre Kinder bewusst nicht in die Schule schicken, sollen „durchaus strenger“ bestraft werden.
Einig waren sich die Diskussionsteilnehmer darüber, dass Deutschkenntnisse für eine gute Integration unbedingt nötig sind.
Politikwissenschafter Ferdinand Karlhofer warnte vor Parallelgesellschaften und sagte, dass Integration ohne Partizipation nicht funktionieren werde. Die Parteien müssten Menschen mit Migrationshintergrund auch an wählbare Stellen auf den Listen setzen. Erst dann würde auch das Interesse der Migranten für die Politik geweckt werden.
Der zuständige Tiroler Landesrat, Gerhard Reheis (SP), erklärte: „Man sollte nicht über die Menschen sprechen, sondern mit ihnen.“ Integration sei ein Thema, das sich ständig verändere. Es brauche die Bereitschaft, auf Menschen zuzugehen.
Neben vielen Wortmeldungen aus dem Publikum, unter anderem auch Kritik an Zugangsbeschränkungen für Spitzenkräfte, kam mit Ali Güzel auch ein Unternehmer mit Migrationshintergrund am Podium zu Wort. Seine Vision: „Wir sollten gegenseitige Vorurteile abbauen und nicht nur verlangen, sondern auch geben.“ (mw)
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