Wo die goldene Adele singt
In der Nacht auf Montag blickt die Musikwelt gebannt nach Los Angeles, wo zum 54. Mal die Grammy-Verleihung über die Bühne gehen wird.
Los Angeles – Favoritin der als Oscars der Musikbranche gehandelten Auszeichnung ist die Britin Adele, die sich in sechs Kategorien Hoffnungen auf eine Trophäe machen kann. Kein Wunder, stand doch das Jahr 2011 ganz im Zeichen der 23-jährigen Künstlerin, die mit ihren Alben „21“ und „19“ ganz alleine für zwei Prozent des US-Musikumsatzes verantwortlich zeichnete.
Nominiert ist Adele in allen wichtigen Kategorien, von „Platte“ über „Song“ und „Aufnahme“ bis zur „Besten Popkünstlerin“ könnten ihre zweite Platte „21“ bzw. Songs daraus einen Erfolg für die Britin bedeuten. Damit überstrahlt die zurückhaltende Adele exzentrischere Pop-Diven wie Lady Gaga oder Katy Perry, die es auf nur drei bzw. zwei Nominierungen brachten. Zusätzlich wird sie bei den Grammys ihr Bühnen-Comeback geben, nachdem sie fast fünf Monate pausierte und sich einer Operation an den Stimmbändern unterzog. Als männliches Pendant zu Adele fungiert der Hawaiianer Bruno Mars, der ebenfalls sechs Chancen auf ein goldenes Grammophon hat.
Hochkarätig wie immer das Showprogramm der Gala: Neben Adele geben sich die Beach Boys nach 20 Jahren Bühnenabstinenz wieder die Ehre, stehen damit an der Seite von Foster The People oder Maroon 5 und werden wohl nur von Sir Paul McCartney persönlich überstrahlt, was den Live-Auftritt betrifft. Der Ex-Beatle könnte sich zudem seinen immerhin bereits 15. Grammy abholen. Und auch die britische Band Coldplay sowie Mädchenschwarm Mars werden Songs zum Besten geben. Moderiert wird die Show von Rapper LL Cool J.
Allerdings soll es am Sonntag auch Protest geben. Dutzende Musiker wollen dagegen demonstrieren, dass es nur noch 78 statt weit mehr als 100 Kategorien gibt. Damit würden Genres wie Gospel, Latin Jazz und die Musik von Ureinwohnern vernachlässigt. (APA, dpa)
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