Die Liebe in Zeiten des Balkankrieges
Hollywoodstar Angelina Jolie stellte am Samstag auf der 62. Berlinale ihr Regiedebüt „In the Land of Blood and Honey“ vor.
Berlin –In Bosnien und Herzegowina hatte es noch vor der Premiere heftige Kritik an Angelina Jolies Regiedebüt gehagelt. Bosnische Serben hatten den Film „In the Land of Blood and Honey“, der eine Liebesgeschichte während des Bürgerkriegs in Bosnien-Herzegowina erzählt, als „serbenfeindlich“ bezeichnet, Proteste gab es aber auch seitens der bosniakischen (muslimischen) Kriegsopferverbände. Neben diesen Debatten war es aber natürlich auch die Anwesenheit des Hollywoodstars, die am Samstag auf der Berlinale für Aufregung sorgte. „In the Land of Blood and Honey“ hatte am Samstagabend Premiere bei den 62. Internationalen Filmfestspielen Berlin, wo er nicht im Wettbewerb, sondern als „Special“ läuft, und startet am 23. Februar regulär in den österreichischen Kinos. In ersten Kritiken ist Jolies Regiedebüt durchaus positiv weggekommen, die Regisseurin selbst hatte am Rande der Berlinale auch von ihren Ängsten erzählt, die sie kurz vor der Premiere gepackt hatten: „Denn da habe ich das Gewicht meiner Verantwortung gespürt, die ich den Opfern des Krieges und den am Film beteiligten Menschen gegenüber habe“, so Jolie.
Im Wettbewerb der 62. Berlinale ist am Samstag auch der erste deutsche Film ins Rennen um den Goldenen Bären gegangen. Christian Petzold zeigte sein DDR-Drama „Barbara“, in dem wie in zahlreichen seiner Filme Nina Hoss die Hauptrolle spielt. In einer ersten Pressevorstellung nahm das Publikum den Film mit Beifall auf.
Hoss spielt in dem Film eine Ärztin, die nach einem abgelehnten Ausreiseantrag in ein Provinzkrankenhaus versetzt worden ist. Jetzt plant sie die Republikflucht. Als sie einem Klinikkollegen begegnet, der sie näher kennen lernen will, zweifelt sie an ihrem Entschluss – doch die Stasi mischt sich weiter in ihr Leben ein.
Am kommenden Freitag hat mit „Gnade“ von Matthias Glasner ein weiterer deutscher Wettbewerbsbeitrag Premiere, in dem neben Jürgen Vogel die Österreicherin Birgit Minichmayr eine Hauptrolle spielt. Um den Goldenen Bären konkurrieren bis zum 19. Februar insgesamt 18 Filme aus aller Welt.
Spannend aus der Sicht von Österreich wird es auch heute Sonntag, wenn Julian Roman Pölslers Verfilmung von Marlen Haushofers Erfolgsroman „Die Wand“ in der Panorama-Reihe der Berlinale ihre Uraufführung erlebt. In der Hauptrolle des im oberösterreichischen Gosau gedrehten Streifens ist die deutsche Schauspielerin Martina Gedeck zu sehen. (APA, dpa, TT)
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