Ein Schmuckkasten, der kupferfarben schimmert
Die Innsbrucker Messe hat ein markantes architektonisches Zeichen: Was außen hermetisch abweisend anmutet, ist innen erstaunlich offen.
Von Edith Schlocker
Innsbruck –Nach dem Grundsatzbeschluss, die Innsbrucker Messe nicht auf die grüne Wiese abzusiedeln, sondern am städtischen Standort zu belassen, wurde mit dem Bau einer neuen Halle ein markantes architektonisches Zeichen gesetzt. Laut Bauherrenschaft sollte sie ein „Schmuckkästchen“ werden – geworden ist sie ein extravaganter, kupfrig schimmernder Schmuckkasten.
Der seine Feuerprobe bereits bestens bestanden hat. Derzeit wird hier eifrig getanzt, finden Tagungen und Ausstellungen statt. In einem Ambiente, das man üblicherweise in einer Messehalle nicht vermutet. Sämtliche Böden, Wände, Türen und Decken – außer dem Foyer mit seinem Hartbetongussboden – sind aus Holz, die einzelnen Säle sind variabel teil- oder erweiterbar und lassen technisch keinerlei Wünsche offen. Wodurch die Messe nun auch fit ist für Großkongresse, die bisher aus räumlichen Gründen in Innsbruck nicht möglich waren.
Für den Bau der neuen Innsbrucker Messehalle haben sich die Vorarlberger Büros cukrowicz nachbaur architekten mit bechter zaffignani architekten und Baumeister Thomas Marte zu einer Arbeitsgemeinschaft zusammengetan. Mit ihrem Plan haben sie 2006 die Juroren des geladenen Wettbewerbs überzeugt und 2010 mit dem Bau begonnen.
Auf dem auf der Basis eines raumplanerischen Masterplans durch den Abbruch der Hallen 1 und 3 frei gewordenen Platz bzw. dem ehemaligen Freigelände Nord. Angedockt an die denkmalgeschützte Halle aus dem Jahr 1893, deren Stahlkonstruktion teilweise wieder in ihrer ursprünglichen Form freigelegt worden ist bzw. deren Ostfassade in Abstimmung mit dem Denkmalamt nach historischen Fotos rekonstruiert werden soll.
Aber auch wenn das so sein wird, wird das signifikante Zeichen der Messe nach außen die neue Halle sein. Allein schon durch ihre freie Auskragung von 25 mal acht Metern, die dem Eingangsbereich einen großzügigen Vorplatz beschert. Dieser Eingangsbereich ist gläsern, markant akzentuiert durch eine Schrift auf Spiegelfolie, die dem Besucher sagt, wo er ist. Entwickelt wird das neue Leitsystem der Messe, das trockenen Fußes durch das gesamte Areal lenkt, vom Stuttgarter Büro Uebele.
Der respektvolle Umgang mit der Nachbarschaft – etwa der historistischen Siebererschule –, das Achtnehmen auf Proportionen, das Spiel mit Stimmungen sei ihnen als Planer sehr wichtig gewesen, sagt Projektleiter Stefan Abbrederis. Um sich in der Wahl der Materialien sehr zurückzunehmen. Indem der gesamte Komplex mit einer transluzenten Haut aus kupferfarben eloxiertem Aluminium überzogen ist. Die durch die Sonne malerisch zu schimmern beginnt, den hermetischen Block verlebendigt.
Wie durchlässig diese Fassade allerdings ist, zeigt sich bei Nacht, wenn der Baukörper aus seinem Inneren leuchtet. Wo es übrigens auch am Tag sehr hell ist, der Blick durch kleine Tricks raffiniert gelenkt wird, auf die Nordkette genauso wie auf die Viaduktbögen.
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