Rotunde wird Festival-Schauplatz

Im Rahmen der „stadt–potenziale“ soll die einstige Heimat des Rundgemäldes wiederbelebt werden. Darüber hinaus ist die Zukunft der Rotunde am Rennweg noch ungewiss.

Innsbruck –Einige Ideen für die Nachnutzung der Rotunde am Rennweg hat es schon gegeben, darunter etwa jene vom Haus für die freie Tanzszene, die im Herbst 2011 auch die Innsbrucker Grünen unterstützt hatten. Ende Jänner wollte nun die grüne Gemeinderätin Uschi Schwarzl erfahren, wie es inzwischen um jenen „breit angelegten Ideenfindungsprozess“ bestellt ist, dessen Beginn die Stadt Innsbruck für das erste Quartal 2012 angekündigt hatte.

Besagter Prozess soll professionell begleitet werden – vergeben wurde der Auftrag über Konzeption und Moderation aber noch nicht, ließ Bürgermeisterin Christine Oppitz-Plörer auf Schwarzls dringende Anfrage hin wissen. Grund dafür sind laut Oppitz-Plörer die großen Unterschiede innerhalb der eingegangenen Angebote, „deshalb sind vor einer Entscheidung noch intensive Überlegungen über die geeignetste Vorgangsweise gemeinsam mit dem Land erforderlich“. Für Schwarzl jedenfalls ist es „höchste Zeit, dass endlich gestartet wird“ – unterdessen blickt die Rotunde schon einmal einer temporären kulturellen Nutzung entgegen: Eines der im Rahmen der städtischen Kulturförderschiene „stadt_potenziale“ ausgewählten Projekte soll in der ehemaligen Heimat des Riesenrundgemäldes stattfinden. Das „Rotate Festival“ des Vereins KV.AUT.ARK von Martin Huber und Lucas Norer ist laut Projektbeschreibung als „ein mehrtägiges elektronisches Musik- und Kunstfestival in Form von temporären räumlichen Interventionen und Aneignung eines vergessenen Ortes“ geplant.

Die „stadt_potenziale“ gibt es seit 2007, insgesamt 70.000 Euro lagen im Fördertopf 2012, eine unabhängige Jury, der Maria-Therese Harnoncourt, Thomas Philipp und Ernst Trawöger angehörten, wählte neun Projekte aus 42 Einreichungen aus. Dazu gehört unter anderem „Eine visuelle Recherche in Flüchtlingsunterkünften in Tirol“ des Vereins Cortex, der mittels Fotografie und Video ein in der Öffentlichkeit weithin ausgeklammertes Thema, die Wohnsituation von Flüchtlingen, untersuchen will. Ein offenes Opernhaus, in dem zwei Wochen lang ein Ensemble aus Profis und Laien proben und aufführen soll, schwebt indes Columbosnext vor, dem Klangbild der Stadt wollen Carolina und Ralph Schutti im „Hör/Spiel“ Voices nachspüren. Gefördert werden auch der Blog provInnsbruck.at, der mit Aktionen im öffentlichen Raum noch mehr zum Stadtgeflüster beitragen will, sowie Cognac & Biskotten mit der Ausgabe „Endzeitstimmung“.

Das Z6-Streetwork wird zum 20-Jahr-Jubiläum 2012 die Ausstellung „strassentauglich“ eröffnen, Peanutz Architekten beschäftigen sich mit SuperheldInnen wie Margarete Maultasch und dem Stadt-Raum als Bedeutungsträger, Georg Rainalter plant ein Filmprojekt über die Entwicklung des O-Dorfs. (jel)