Das Protokoll

Offiziell: Polizist Hauptverdächtiger im Goldbarren-Mordfall

Ein 51-jähriger Polizist und Sprengstoffexperte ist Hauptverdächtiger im Goldbarren-Mordfall. Ihm wird zudem der versuchte Mord an einem Kollegen vorgeworfen.

Innsbruck – Ein 51-jähriger Polizist soll den Mord an einer Tiroler Bankerin verübt haben. Das bestätigten Ermittler am Dienstagnachmittag bei einer Pressekonferenz in Innsbruck. Der Verdächtige war 25 Jahre unauffällig im Polizeidienst tätig und hat u.a. Spezialausbildung zum Entschärfen von Sprengmitteln, hieß es.

Die 49-jährige Frau ist einem „kaltblütigen Verbrechen“ zum Opfer gefallen, betonte die Leiterin der Staatsanwaltschaft, Brigitte Loderbauer.

In Folge der Liveticker von der Pressekonferenz der Staatsanwaltschaft und der Polizei zum Nachlesen.

+++ Start der Pressekonferenz +++

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Am Podium werden Brigitte Loderbauer, Leiterin der Staatsanwaltschaft, Christoph Hundertpfund vom Landeskriminalamt, Helmut Tomac, Landespolizeikommandant und Hansjörg Mayer, Mediensprecher der Staatsanwaltschaft Platz nehmen.

15.25 Uhr: Die Pressekonferenz im Saal Arlberg des Gerichtsgebäudes in der Maximilianstraße in Innsbruck beginnt in wenigen Minuten.

15:27 Uhr: Die ersten Journalisten füllen den Saal, Kamerateams stehen bereit.

15:29 Uhr: Es dürfte gleich losgehen. Die Hauptpersonen sind bereits fast alle eingetroffen.

15:30 Uhr: Jetzt sind alle vollständig anwesend. Das Medieninteresse ist enorm.

15:31 Uhr: Loderbauer beginnt mit einer kurzen Stellungnahme. Die Frau wurde mit Chloroform betäubt und gefesselt.

15:33 Uhr: Durch Handypeilung und Zeugenbefragungen war schnell klar dass ein Polizist der Täter sein könnte.

15:36 Uhr: Jetzt spricht der Landespolizeikommandant Tomac.

15:37 Uhr: „Mit großer Betroffenheit über die Ereignisse muss ich bestätigen, dass dringender Tatverdacht gegen einen Polizisten besteht“, beginnt der oberste Polizeichef Tirols.

15:37 Uhr: Tomac gibt sich „erschüttert über das Kapitalverbrechen von einem Mann, der über 25 Jahre bei uns gearbeitet hat.

15:38 Uhr: Jetzt ist Christoph Hundertpfund am Wort.

15:39 Uhr: Er spricht von einem „sehr diffizilen Mordfall“. Der Täter habe diesen von längerer Hand geplant. Er dürfte ein Vertrauensverhältnis ausgenutzt haben.

15:40 Uhr: Die Hausdurchsuchung beim Tatverdächtigen habe „pyrotechnische“ Funde ergeben. „Heute wurde noch der Schrebergarten des Täters untersucht. Dort wurde ein Gefäß mit unbekanntem Inhalt sichergestellt.“

15:42 Uhr: „Für die Tat hat er ein Wertkartenhandy verwendet“, setzt Hundertpfund die Detailbetrachtung der Tat fort. Der SMS-Verkehr auf dem Handy brachte allerdings keinen Hinweis auf das Goldgeschäft.

15:43 Uhr: Die Einvernahme des Verdächtigen sei schwierig.

15:44 Uhr: Der Täter habe den Kauf des Handys wie auch die Anschaffung des Chloroforms gestanden.

15:45 Uhr: Nun kommen Details zur Festnahme: „Gestern erfolgte die Festnahme. Gegen 22.15 Uhr unternahm der Verdächtige einen Fluchtversuch.“ Noch sagt er nichts über eine potenzielle Bedrohungslage bei der Flucht.

15:46 Uhr: Das Fahrzeug des Opfers wurde untersucht. Fingerabdrücke, Brandbeschleuniger, ein Feuerzeug und eine Stoffwindel – wo möglich für die Anwendung des Chloroforms – wurden sichergestellt. Die Ermittlungen wurden durch diese Spuren begünstigt.

15:47 Uhr: Zum Verhältnis zwischen Opfer und Täter wollen die Ermittler keine Aussagen machen, weil das die Privatsphäre betreffe. Wie das Geschäft abgelaufen ist, „können wir nicht sagen“, sagt Hundertpfund. Die Polizei hoffe auf Ergebnisse in den nächsten Tagen.

15:49 Uhr: Das Motiv? „Ein latentes Bereicherungsmotiv ist möglich“, sagt der Kriminologe. Spekulationen über Privatschulden würden nicht bestätigt, weil es die Privatsphäre des Verdächtigen betrifft. „Derzeit ist noch nicht einmal sicher, dass er alleine gehandelt hat.“

15:50 Uhr: Der Täter sei 51 Jahre alt und habe eine Spezialausbildung im Bereich Sprengstoff, sagt Hundertpfund zum Verdächtigen.

15:52 Uhr: Jetzt doch noch etwas zum Fluchtversuch: „Bei der Flucht hat ein Kollege die Waffe verloren. Diese konnte der Täter an sich nehmen. Doch die Waffe konnte ihm sofort wieder abgenommen werden.“

15:54 Uhr: Der Täter „dürfte als Vermittler im Bankgeschäft aufgetreten sein“, so Hundertpfund weiter. „Wir wissen aber nicht, wo sich die Barren befinden. Opfer und Täter kannten sich über einen längeren Zeitraum“, folgen weitere Details. Hundertpfund spricht von „mehreren Wochen“.

15:55 Uhr: Tomac ist wieder am Wort: Er wolle in zwei Komponenten differenzieren. „Einerseits die moralisch Seite. Wie schockiert man ist, dass eine Person aus den eigenen Reihen im Verdacht steht, eine derartige Tat begangen zu haben.“ Andererseits, so Tomac, müsse man „als Dienstberhörde den Fall objektiv behandeln. Es seien die Fragen der Schuld, Suspendierung, des eventuellen Ausscheidens aus dem Dienst zu klären.“

15:57 Uhr: Für die Polizei entstehe „ein Imageschaden“ räumt der Landespolizeikommandant ein. „Wir haben bewiesen, dass wir engagiert sind und Überdurchschnittliches leisten. Jetzt können wir nur hoffen, dass es gelingt durch objektive Aufklärung und weiteres Engagement das Vertrauen in der Bevölkerung wieder zu stärken.“

15:59 Uhr: „Dem Täter wird im Zuge der Flucht ein versuchter Mord vorgeworfen“, lässt Tomac eine weitere Bombe platzen.

16.01 Uhr: Loderbauer von der Staatsanwaltschaft ergänzt Tomac: „Das, weil es dem Täter nicht gelungen ist, den Abzug im Zuge der Flucht zu drücken. Aber: Er hat versucht die Waffe gegen einen Kollegen abzudrücken.“

16:03 Uhr: Noch ein paar Details zur Flucht: „Die Flucht war möglich, weil er (der Verdächtige) den Moment nutzte. Die anschließende Festnahme geschah auf offener Straße.“

16:05 Uhr: Der Zwischenfall geschah erst Stunden nachdem der Verdächtige zur „freiwilligen Einvernahme“ gekommen war. Am Wochenende habe der Mann noch Dienst versehen. Im Tatzeitraum (Donnerstag und Freitag) habe er allerdings frei gehabt. Die Einvernahme lief über mehrere Stunden ab, dabei versuchten die Polizisten, wie in einem solchen Fall üblich, ein Vertrauensverhältnis aufzubauen, was schließlich auch gelang. Tomac meint, dass es zu keinem Zeitpunkt absehbar war, dass der Täter fliehen wollte.

16:07 Uhr: Die Ermittlungen wären, so die Staatsanwaltschaft, deutlich schwerer gewesen, hätte der Verdächtige Erfolg gehabt und das Auto wäre abgefackelt worden.

+++ Ende der Pressekonferenz +++