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Nach Freispruch klagt Banffy Land

Autismus-Therapeutin Banffy kontert Vorwürfe des Landes und verlangt Schadenersatz. Die Sozialabteilung steht aber voll zur Vorgangsweise.

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Von Reinhard Fellner

Innsbruck –Das jahrelange Wirken der Psychotherapeutin Eszter Banffy fand mit dem Konkurs der „Rehabilitationsstelle DDr. Banffy GmbH“ an der Haller Straße ein jähes Ende. Zuvor hatte das Land Tirol 2010 nach Vorwürfen über grobe Behandlungsmethoden der Reha-Stätte die Eignung und alle Förderungen entzogen.

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Für Freiheitsentziehung an autistischen Buben und Falschaussage wurde Banffy darauf am Landesgericht nicht rechtskräftig zu 2800 Euro Geldstrafe verurteilt. Anders verhielt es sich im März bezüglich des angeklagten Millionenbetrugs am Land. Durch unterlassene Mitteilung von Personalwechsel hätte Banffy demnach Fördergelder erschlichen. Konkret sollten in der Reha-Stätte über Jahre Studenten anstatt Fachkräfte Therapien durchgeführt haben, obwohl 2002 ein Bescheid auf „Fachkräfte“ abstellte. Das Land forderte 5,6 Millionen Euro zurück, musste aber einen Freispruch Banffys (nicht rechtskräftig) hinnehmen.

Jetzt schlägt die Therapeutin aber doppelt zurück. Über Anwalt Thaddäus Schäfer ließ sie am Dienstag eine Klage auf gerichtliche Feststellung einbringen, wonach die Millionenrückforderung des Landes zu Unrecht besteht. Schäfer gestern zur TT: „Schon das Strafgericht stellte fest, dass Banffy therapeutische Leistungen erbrachte. Auch ist die sechsseitige Addition von Beträgen in keiner Weise nachvollziehbar!“ Noch im April folgt übrigens eine weitere Klage gegen das Land, wonach es für den Konkursschaden durch Absprechung der therapeutischen Eignung und die vertragslose, weitere Behandlung von autistischen Kindern einzustehen habe. „Wir errechnen den Schaden gerade noch. Es wird sich weit über 500.000 Euro handeln. Das Land hat hier ohne Recht Banffys Lebenswerk und Unternehmen zerstört!“

Johann Wiedemair, angesprochener Landesabteilungsvorstand für Soziales, schüttelt darüber nur den Kopf. So sei das Land geradezu verpflichtet gewesen, Banffy sofort die Therapieeignung abzusprechen, als sich herausgestellt hatte, dass kein Fachpersonal vor Ort ist: „Alles andere wäre Amtsmissbrauch gewesen! Allen Eltern wurden vom Land zudem sofort geeignete Therapieplätze für ihre Kinder angeboten.“


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