Nach Flugzeugabsturz in Bodensee: Wrack und zwei Tote geborgen
Der Flugzeugrumpf war am Sonntagabend in 50 Meter Tiefe entdeckt worden. Die Identität des Passagiers ist weiter unkklar.
Bregenz - Der Rumpf des am Freitag in den Bodensee gestürzten Kleinflugzeuges ist in der Nacht auf Montag geborgen worden. Pilot der Maschine war ein 55-jähriger, als erfahren geltenden Bludenzer. Er wurde von einem unbekannten Passagier begleitet. Die Leiche des 20 bis 30 Jahre alten Mannes wurde wenige Meter außerhalb des Flugzeugwracks in rund 50 Metern Tiefe gefunden. Aufschluss erhofft man sich von einem Wertkartenhandy, das bei den Trümmern gefunden wurde. Auch die Ermittlung der Unfallursache stellt die Behörden vor Herausforderungen: Es gab an Bord der Maschine keine Aufzeichnungsgeräte, daher müsse man sich auf die Interpretation der Wrackteile verlassen, so die Einsatzkräfte von Polizei, Wasserrettung und Feuerwehr bei einer Pressekonferenz. Die Ermittlungen könnten Wochen oder Monate dauern.
Laut Ermittlungsleiter Stefan Schlosser vom Landeskriminalamt für Vorarlberg sind die Erhebungen zur Identität des Passagiers bisher ergebnislos geblieben. Man habe am Flugplatz Hohenems, wo aus das Flugzeug startete, kein Fahrzeug gefunden. Dass der Mann von niemandem vermisst werde, sei „auch für uns überraschend“, so Schlosser. Der Tote habe keine Dokumente bei sich getragen, die Aufschluss geben könnten. Man habe lediglich ein nicht registriertes Wertkartenhandy gefunden, von der Auswertung erhoffe man sich neue Erkenntnisse. Zur Unfallursache könne man derzeit keine seriösen Angaben machen, man könne keine mögliche Ursache ausschließen. Auch Funkverkehr habe es nach der Abmeldung des Piloten nach dem Start keinen mehr gegeben.
Mit Hilfe von Tauchern, die das Wrack zur Bergung vorbereiteten, wurden die Trümmer des Flugzeugs mit einem Feuerwehrkran aus den Tiefen geborgen. Das Wrack wird nun wie die Flugzeugteile, die die Mannschaft des Feuerwehrboots derzeit noch immer einsammelt, zu einer Sammelstelle gebracht. Dort werden die Trümmer von einem Flugunfallexperten des Verkehrsministeriums untersucht. Der zuständige Vorarlberger Landesrat Erich Schwärzler überbrachte den Angehörigen sein Beileid und bedankte sich bei den Beteiligten für den „hervorragenden grenzüberschreitenden Einsatz“. (APA)
Kommentare