Schmutzige Spuren des Winters werden beseitigt
Von Verpackungsmaterial bis zu Windeln reichen die Entdeckungen der Müllsammler, die mit Reinigungsaktionen begonnen haben.
Von Verena Hofer
St. Johann, Kitzbühel –Vom so genannten weißen Gold ist im Tal nicht mehr viel zu sehen, denn der Schmutz am Straßenrand hat den Schnee in schwarze Hügel verwandelt. Die Ausmaße des Winters sind deutlich sichtbar und die Straßenschäden im Bezirk erkennbar. Aber auch entlang der Straße gibt der schmelzende Schnee Dinge frei, die einfach aus dem Auto geworfen wurden – unzählige Flaschen und Verpackungen.
Die Mitarbeiter der Straßenmeisterei St. Johann haben mit den Aufräumungsarbeiten nun begonnen. Entlang der Bundes- und Landesstraßen im Bezirk wird der Müll eingesammelt, da diese in deren Betreuungsbereich liegen. „Letztes Jahr haben wir für die Müllentsorgung rund drei Wochen gebraucht“, erklärt Michael Aufschnaiter Leiter der Straßenmeisterei St. Johann und ergänzt, dass drei Partien mit 16 Mitarbeitern unterwegs sind. Vor allem Packungen vom Schnellimbiss sowie Plastikflaschen werden vermehrt eingesammelt. Auffällig dabei ist, dass entlang von Skifahrerrouten viel Müll gefunden wird. „Nach dem Skifahren wird im Auto gejausnet und das Papier anschließend auf die Straße geworfen“, meint Aufschnaiter. Ein Trend, der in den letzten Jahren immer mehr zugenommen hat. Im vergangenen Jahr wurden 9,5 Tonnen Müll zusammengetragen.
Doch nicht nur der Müll, sondern auch die enormen Mengen an Neuschnee im Jänner haben große Schäden verursacht, die erst jetzt beseitigt werden können. Mit dem Herausschneiden von Bäumen wurde begonnen. Die Aufräumarbeiten vom Winter werden laut Schätzungen bis Mitte Juni andauern. Genaue Zahlen über die Kosten können noch keine genannt werden, jedoch wurde eine enorme Steigerung beim Salzverbrauch verzeichnet.
In Kitzbühel sind die Männer des Stadtbauhofs das ganze Jahr unterwegs, um den Müll zu verräumen. „Die Menge im Frühjahr unterscheidet sich dabei kaum von den anderen Jahreszeiten“, erklärt Stadtbauhof-Leiter Hans-Peter Mair.
In St. Johann werden Schulen und Vereine von der Gemeinde angeschrieben. Bereits seit Jahren unterstützen die beiden Hauptschulen die Reinigungsaktion. „Die Ufer entlang der Kitzbüheler und Fieberbrunner Ache werden von den älteren Schülern im Zuge des Turnunterrichts vom Schmutz befreit“, erklärt Direktor Johann Eder.
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