Sall führt bei Präsidentenstichwahl im Senegal
Wenige Stunden nach der Präsidenten-Stichwahl im Senegal hat Amtsinhaber Abdoulaye Wade seine Niederlage eingestanden. Wie das Staatsfernsehen RTS berichtete, gratulierte er seinem Herausforderer, Ex-Premierminister Macky Sall, bereits telefonisch zum Sieg. Zu diesem Zeitpunkt sei Sall nach Auszählungen mit 30.000 Stimmen in Führung gelegen, während Wade laut RTS nur auf 11.000 Stimmen kam.
In Dakar feierten Tausende Anhänger Salls in der Nacht vor dessen Hauptquartier den Sieg. Sie tanzten auf den Straßen, zündeten Feuerwerke und stimmten Siegesgesänge an. „Macky ist der Gewinner!“, sagte Pape Bally der Nachrichtenagentur dpa. „Wade hat die Niederlage mit Würde eingestanden. Ich bin so begeistert.“
Nach der ersten Runde der Präsidentenwahlen Ende Februar, bei der kein Kandidat die absolute Mehrheit erhalten hatte, wurde Sall von den übrigen Oppositionskandidaten unterstützt. Wade hatte im ersten Durchgang mit 34,8 Prozent noch die meisten Stimmen erhalten. Sein früherer Regierungschef Sall kam mit 26,6 Prozent auf den zweiten Platz.
Sall hatte während des Wahlkampfs damit geworben, sich für mehr Jobs auf dem Land und gegen steigende Lebensmittelpreise einsetzen zu wollen. „Das senegalesische Volk hat klargemacht, dass sie genug von der derzeitigen Führung haben“, sagte Sall am Vorabend der Stichwahl der dpa.
Wades Kandidatur war von Anfang an umstritten und der Wahlkampf von gewalttätigen Protesten überschattet, bei denen mehrere Menschen starben. Denn eigentlich sieht die Verfassung des westafrikanischen Landes maximal zwei Amtszeiten für den Präsidenten vor. Das oberste Gericht fand jedoch ein juristisches Schlupfloch für den 85-jährigen Amtsinhaber.
Frankreichs Staatspräsident Sarkozy gratulierte dem Wahlsieger zu dessen Erfolg. Salls Sieg bei der Stichwahl sei „eine sehr gute Nachricht für Afrika im allgemeinen und für Senegal im besonderen“, sagte Sarkozy dem französischen Sender „France Info“. Auch dem unterlegenen Amtsinhaber Wade wolle er „beglückwünschen“, dass die Wahl so „würdig“ über die Bühne gegangen sei.
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