Syrische Armee missbraucht Zivilisten als Schutzschilde
Bei der Offensive gegen Aufständische ließen Soldaten laut Human Rights Watch Zivilisten vor sich her laufen.
New York/Moskau - Die syrische Armee missbraucht nach Angaben von Menschenrechtlern Zivilisten als menschliche Schutzschilde. Die Organisation Human Rights Watch behauptet am Sonntag, bei der Offensive gegen Aufständische hätten die Soldaten Zivilisten vor sich her laufen lassen. Das hätten Zeugenaussagen und Filmbilder bestätigt.
Human Rights Watch veröffentlichte ein Video, in dem Männer vom Missbrauch von Zivilisten als Schutzschilde berichten. „Sie ließen etwa 50 Menschen vor ihren Panzern herlaufen. Dabei waren acht Frauen und auch ein paar Kinder“, sagt einer der Männer, die jeweils von hinten gefilmt wurden.
Eine mehrminütige Sequenz des Videos zeigt einen Militärkonvoi. Zu sehen sind Schützenpanzer des russischen Typs BMP, wie ihn auch die syrische Armee einsetzt. Vor den Kettenfahrzeugen laufen in einer Reihe nebeneinander etwa ein halbes Dutzend Zivilisten.
„Die syrische Armee zeigt ihre unglaubliche Geringschätzung der Leben von Zivilisten, in dem sie sie als Schutzschilde missbraucht“, sagte Ole Solvang von Human Rights Watch. „Die Armee muss diese widerliche Taktik sofort stoppen.“
Medwedew verspricht Unterstützung für Annan
Unterdessen versprach der russische Präsident Dmitri Medwedew dem Sondergesandten Kofi Annan Hilfe bei der Suche nach einem Ausweg aus dem Syrien-Konflikt. „Ihre Mission ist womöglich die letzte Chance für Syrien, einen Bürgerkrieg zu vermeiden“, sagte Medwedew am Sonntag nach Angaben der Agentur Interfax bei dem Treffen in Moskau. Annan bat Russland um Unterstützung bei der Organisation humanitäre Hilfe.
„Russland unterstützt Annans Aufgabe und möchte zeigen, dass es nicht nur mit Worten, sondern auch mit Taten daran interessiert ist, den Konflikt in Syrien zu lösen“, sagte Medwedews Berater Sergej Prichodko der Agentur Itar-Tass. Zuvor hatte sich Annan auch mit Außenminister Sergej Lawrow getroffen.
Am Vortag hatte Russland einen Plan für einen Waffenstillstand und ein Ende der Gewalt angekündigt. Dafür müsse aber die militärische und politische Unterstützung aus dem Ausland für die Aufständischen eingestellt werden. (TT.com, APA/dpa)
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