Zu geringe Frauenquote trotz geballter Weiblichkeit
Regio Imst zieht erfolgreich Bilanz, muss aber auch Kritik hinnehmen: zu wenige Frauen als Gemeindevertretung bzw. bei Projektträgern.
Von Thomas Ploder
Roppen –Eine strahlende Erfolgsbilanz dominierte die Generalversammlung des Regionalmanagements Regio Imst – die Statistik 2011 weist neun abgerechnete, 14 in Umsetzung befindliche und 24 beantragte Projekte mit einem Gesamtvolumen von rund 6,1 Millionen Euro aus. Und: Alle 24 Gemeinden haben beschlossen, dass man sich auch für die Periode 2014 bis 2020 als Leader-Förderregion bewerben will.
Christian Stampfer, Bereichsleiter des Landes Tirol für Leader und Interreg-Projekte, erklärte, dass sich bei der EU eine Änderung in der Finanzierung der künftigen Vorhaben abseits des Agrarfördertopfs abzeichne, was zu einer weiteren Öffnung der Projektinhalte führen könne. Bereits jetzt lassen sich fast alle Ideen umsetzen, die im weitesten Sinn der Entwicklung des ländlichen Raumes dienen. Für Stampfer förmlich eine „Spielwiese für innovative Strategien“.
Obfrau Brigitte Flür will die bereits intensiven Vernetzungen verstärken: Ob bei Rad- oder Wanderweg über Gemeinde-, Bezirks- oder Landesgrenzen hinaus, sollen Kooperationen mit überregionalen Partnern und die Umsetzung fremder Erfahrungen Effizienz und Nachhaltigkeit steigern. Paradeprojekte wie Climbers Paradise, die Outdoor-Akademie, der Radweg an der Via Claudia und das Ötzi-Dorf locken jetzt schon zahlreiche internationale Delegationen ins Oberland und zeichnen Regio Imst als kompetenten Ansprechpartner für andere Leaderregionen aus.
Laut Stampfer kritisierte der Rechnungshof die Verletzung der für alle Gremien vorgeschriebenen 30 %-Frauenquote – und dies, obwohl Nicole Stern Peter Thaler als Geschäftsführer ablöste und mit Obfrau Brigitte Flür, Verwaltungskraft Elfriede Gstrein und Projektbetreuerin Marlies Trenkwalder ausschließlich Damen die operativen Aufgaben erledigen.
Vor allem bei den Gemeindevertretern und Projektträgern vermisse man die Weiblichkeit, so Stampfer. Deshalb appellierten er und Flür an die Bürgermeister, mehr Gemeinderätinnen zu delegieren und seitens der Projektträger auf eine höhere Frauenquote zu achten. Flür schlug vor, weitere Damen zu optieren, um die Quote zu erfüllen. Welche Entscheidungskompetenz diesen zufallen solle und wen sie letztendlich in den Entscheidungsgremien repräsentieren, blieb unbeantwortet.
Der Verein, der seine Aufgaben mit einem Budget von lediglich knapp 160.000 Euro erfüllt, nahm bei der Versammlung auch eine Statutenänderung vor: Durch den Erfolg des Climbers Paradise bzw. der Outdoor-Akademie und den daraus resultierenden Einnahmen – mit denen allerdings ausschließlich nachgewiesene Aufwendungen zum Selbstkostenstundensatz des Projektbetreuers abgedeckt werden – schien der Status der Gemeinnützigkeit in Gefahr. Ab sofort gelten die Einrichtung einer Koordinationsstelle, die Unterstützung und Beratung von Projektträgern sowie die Übernahme von für den Bezirk wichtigen Projekten künftig explizit als ideelle Mittel im Sinne des Vereinszwecks.
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