Champions League

Real spielt gegen APOEL, gegen Nikosia und ganz Zypern

Das Hoffen auf ein Wunder hat vor dem heutigen Champions-League-Viertelfinale (20.45 Uhr) gegen Real Madrid in Nikosia Hochsaison.

Nikosia –Das kleine Stadion mit Platz für 22.859 Zuschauern ist seit Wochen ausverkauft, die heimischen Blätter überschlagen sich mit Superlativen. Die Champions-League-Sensation APOEL Nikosia darf sich im Viertelfinal-Hinspiel mit Real Madrid messen. Nach der Wunderreise durch die Vorrunde und dem Elfmeter-Coup gegen Olympique Lyon im Achtelfinale soll das Duell mit Özil, Ronaldo & Co. für das erste zypriotische Team im Königsklassen-Viertelfinale ein weiterer Fußball-Feiertag werden.

„Wir haben etwas Besonderes erreicht, etwas, was nie wieder passieren wird“, sagte APOEL-Präsident Phivos Erotokritou. „Die Uhr für das Treffen mit der Fußballgeschichte tickt für APOEL“, schrieb die Zeitung Goal News.

Das politische Blatt Charavgi ging mit seiner Schlagzeile forsch in die Offensive: „Erster Schritt für das Halbfinale“, schrieb die Zeitung. Dabei ist der Landesmeister erst zum zweiten Mal im Millionenspiel Königsklasse dabei. Vor zwei Jahren schied das Team ohne jeden Sieg als Gruppenletzter aus. Niemand nahm Notiz von den Billigkickern. Dieses Mal schafft es der bunt zusammengewürfelte Haufen aus Brasilianern, Portugiesen, Griechen und Zyprern sogar, dem Star-Ensemble von Real Madrid Respekt einzuflößen. „APOEL war die Überraschungself im Wettbewerb und wir müssen mit Respekt zu Werke gehen“, sagte Reals Vorstandsmitglied Emilio Butragueño vor der Partie. „Sie haben das Viertelfinale erreicht, das heißt, dass sie ein starkes Team haben. Wir müssen fokussiert auf jedes Detail und wachsam sein.“

Die Tickets sind restlos verkauft. In der vergangenen Woche gab es einen Kampf um die letzten 800 Karten. Mehr als 4000 Menschen standen stundenlang Schlange, der APOEL-Vorstand entschuldigte sich später. „Auch wenn wir ein Stadion mit dreifacher Kapazität hätten, würden wir es füllen. Es ist menschlich nicht machbar, alle zu befriedigen“, hieß es in einer Vereinsmitteilung. Sogar aus Griechenland, Australien und Kanada gab es Ticket­anfragen.

In die zweite Dienstag-Partie des Champions-League-Viertelfinales geht heute Benfica Lissabon gegen Chelsea mit der Empfehlung von zuletzt zehn Heimspielen auf europäischer Ebene ohne Niederlage. Benfica hofft dabei auf den ersten Europapokal-Halbfinaleinzug seit über 20 Jahren. Die beiden Teams treffen zum ersten Mal aufeinander, doch sind sie sich sicher nicht unbekannt. Schließlich spielen mit David Luiz und Ramires zwei Spieler bei Chelsea, die noch 2010 unter Jorge Jesus den Meistertitel in Portugal gewinnen konnten.

Das Rückspiel findet am 4. April an der Stamford Bridge statt. Der Sieger des Duells trifft im Halbfinale auf den Sieger aus dem Hit Milan gegen Barcelona. (TT)