Kremsmünster

Missbrauchsvorwürfe gegen Pater schon seit 1990er Jahre bekannt

„Man ist damals anders umgegangen“, sagt der jetzige Abt Erhart.

Linz – Die Missbrauchsvorwürfe gegen einen Pater des Stiftsinternats Kremsmünster waren der Leitung offenbar schon seit Mitte der 1990er Jahre bekannt, Konsequenzen wurden aber erst 2010 gezogen. Das berichtete der Standard am Montag unter Berufung auf ein polizeiliches Einvernahmeprotokoll. „Man ist damals anders umgegangen“, sagte der seit 2007 im Amt befindliche Abt Ambros Ebhart im Gespräch mit dem ORF-Radio Oberösterreich. Seine Vorgänger hätten die „heiklen Sachen“ wahrscheinlich nur für sich alleine behandelt, so der Geistliche.

Die Zeitung berichtete von einer Einvernahme des beschuldigten Paters aus dem Jahr 2008. Demnach sollte auf Anordnung der Stiftsoberen und seinen eigenen Wunsch seine damalige Tätigkeit bereits 1995 beendet werden. Das sei aber aus organisatorischen Gründen nicht möglich gewesen, sodass es erst mit Ende des Schuljahres 1996 dazu kam. Bis 1998 war der Pater aber weiter in anderen Funktionen aktiv. Auch danach durfte er weiter im Kloster bleiben, bis im März 2010 die Vorwürfe gegen ihn und andere Mitbrüder öffentlich wurden. Dem Geistlichen wird auch ein Verstoß gegen das Waffengesetz wegen einer nicht registrierten Pumpgun angelastet.