Gespräch mit ÖVP-Spitze: Hakl vor Ablöse als Telekomsprecherin
Auch Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner legte der Tirolerin am Dienstag nahe, ihre Funktion zurückzulegen.
Wien - Dass die Tiroler ÖVP-Abgeordnete Karin Hakl ihre Funktion als Telekomsprecherin zurücklegen wird, erscheint wahrscheinlich. Weder ÖVP-Obmann Michael Spindelegger, noch der Klubobmann der Volkspartei, Karlheinz Kopf, wollten dies zwar am Dienstag vor dem Ministerrat ankündigen. Sie verwiesen auf das noch ausstehende Gespräch zwischen Kopf und Hakl im Laufe des Tages. Wie zuvor schon der Tirols Landeshauptmann Günther Platter (VP) legte ihr allerdings auch Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner (VP) nahe, ihre Funktion zurückzulegen.
Es sei sinnvoll, dass bei solchen Verdachtslagen „Ruhe entsteht“, um die Vorwürfe zu klären, meinte Mitterlehner. „Üblicherweise ist das so.“ So deutlich wurde Spindelegger indes nicht, er verwies auf das anstehende Gespräch im VP-Klub. Er werde ganz sicher nicht schon vorher ein Ergebnis verkünden. Man werde jedenfalls professionell vorgehen.
So äußerte sich auch Kopf selbst: „Den Gesprächsausgang vor der Unterredung preiszugeben, wäre schlicht unfair gegenüber der Gesprächspartnerin.“ Er wolle die Vorwürfe mit Hakl erörtern. Im Raum steht eine Wahlkampffinanzierung für Hakl im Jahr 2008 durch Peter Hocheggers Valora. Hakl versichert, dass diese Vorwürfe haltlos seien. Kopf meinte, es gebe derzeit „zwei Versionen der Geschichte“.
Grundsätzlich sei es seine Aufgabe als Klubobmann, über Hakls bundespolitische Funktionen zu sprechen. Ansonsten sei die Sache „in Tirol beheimatet, der Wahlkampf hat dort stattgefunden, auch die Finanzierung“.
Aufregung „maßlos übertrieben“
Die Aufregung über Vorfälle in der Volkspartei - zuletzt auch die Jagdausflüge des Tiroler Landeshauptmanns Platter - findet man in der ÖVP „maßlos übertrieben“, wie es Mitterlehner formulierte. Dass der Landeshauptmann von Tirol jagen oder bergsteigen gehe, sei ja wohl nichts Ungewöhnliches, meinte er sinngemäß. Spindelegger sieht das genauso: Es sei doch klar, dass der Landeschef „gerade in Tirol auch bei Jagdeinladungen präsent ist. Das ist an sich nichts Schlechtes“. (APA)
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