Gemeinden kooperieren gegen Sprengelarzt-Misere

Telfs, Silz, Stams, Haiming und Roppen wollen künftig gemeinsam dafür sorgen, dass jederzeit ein Sprengelarzt auf Abruf bereitsteht.

Von Nikolaus Paumgartten

Telfs, Silz –Als 2007 der langjährige Sprengelarzt in Telfs seine Tätigkeit beendete, stand die Marktgemeinde vor einem Problem, das sich bis vor Kurzem nicht zufriedenstellend lösen ließ. Denn der Nachfolger verabschiedete sich nach eineinhalb Jahren aus Telfs und die Gemeinde stand einmal mehr ohne Sprengelarzt da. Seitdem gibt es in Telfs unter der Woche keinen Sprengelarzt mehr, für die Wochenenden wurde ein Dienstrad, bestehend aus sieben Ärzten, eingeführt, die sich abwechselnd für 120 Euro pro Dienst auf Abruf bereithalten.

Dass es sich dabei um eine mehr schlecht als recht zusammengeschusterte Lösung handelt, weiß auch der Telfer Bürgermeister Christian Härting. Und deshalb rannte unlängst Härtings Amtskollege aus Silz, Bürgermeister Hermann Föger, bei ihm mit seinem Vorschlag offene Türen ein.

Denn auch im Sanitätssprengel Silz – diesem gehören neben der namensgebenden Gemeinde noch Stams, Haiming und Roppen an – zeichnet sich ein ganz ähnliches Problem ab: Mit 1. April tritt dort der Sprengelarzt seine Pension an und die Suche nach einem Nachfolger gestaltete sich bisher äußerst schwierig, wie Bürgermeister Föger gegenüber der Tiroler Tageszeitung erklärt. Hauptproblem sei es vor allem, eine angemessene Bereitschaftsentschädigung anzubieten. Diese würde die Sprengelarzt-Tätigkeit wesentlich attraktiver machen. Bei der Suche nach möglichen Partnern stieß Föger schließlich jenseits der Bezirksgrenze in Telfs auf offene Ohren. In Form einer Verwaltungskooperation zwischen den beiden Sanitätssprengeln soll die Sprengelarzt-Misere in der Region nun aus der Welt geschafft werden.

Das Konzept sieht vor, dass künftig ein Pool von Ärzten für die Sprengel zur Verfügung steht. Für Bereitschaftsdienste wollen Telfs und Silz dem jeweils diensthabenden Sprengelarzt 180 Euro pro Tag bezahlen. Für die Totenbeschau unter der Woche soll es 150 Euro, für die an den Wochenenden 200 Euro geben. Die Kosten dafür werden nach dem Bevölkerungsschlüssel auf die beiden Sanitätssprengel aufgeteilt. Was das ganze System wiederum leitbar macht.

Mittlerweile habe man insgesamt rund 40 Ärzte zwischen Zirl und Roppen angeschrieben und dabei auch schon erste positive Rückmeldungen erhalten, berichtet Bürgermeister Härting. Die Bewerbungsfrist endet am 9. April, außerdem gilt es dann noch, die Details zu klären, so Härting. Er könne sich vorstellen, dass sich mit vier Ärzten die Kooperationsvereinbarung umzusetzen lässt.

Bis Mitte Mai soll das bezirksübergreifende Projekt schließlich anlaufen.