Syrische Truppen kämpfen mit Rebellen im Libanon
Syriens Opposition einigt sich auf Minimalkonsens.Turkish Airlines stellt den Verkauf von Flugtickets nach Syrien ein.
Beirut – Die Kämpfe zwischen syrischen Regierungstruppen und Gegnern von Präsident Bashar al-Assad haben nach Angaben von Augenzeugen den Libanon erfasst. Die Soldaten seien in das Nachbarland eingedrungen und hätten sich Kämpfe mit syrischen Rebellen geliefert, die dort Zuflucht gesucht hätten, sagten Einheimische am Dienstag. „Mehr als 35 syrische Soldaten kamen über die Grenze. Sie haben Häuser zerstört“, sagte ein 63-jähriger Bewohner der ländlich geprägten Gebirgsregion im Nordlibanon. Ein weiterer Bewohner sagte, die Soldaten seien in gepanzerten Fahrzeugen vorgerückt. Sie hätten Maschinengewehre und Mörsergranaten eingesetzt.
Unterdessen einigte sich die syrische Opposition vor dem nächsten Treffen der Freunde Syriens auf einen Minimalkonsens für den Sturz des Regimes von Präsident Assad geeinigt. Sie will neben humanitärer Hilfe auch die Einrichtung einer militärisch abgesicherten Schutzzone, verlautete am Dienstag in Istanbul, wo die wichtigsten Oppositionsgruppen über ihre künftige Strategie beraten.
„Wer die Verbrechen sieht, die in Syrien jeden Tag begangen werden, weiß, dass wir eine große Verantwortung tragen“, sagte die Sprecherin des Syrischen Nationalrates (SNC), Basma Kadhmani, der Nachrichtenagentur dpa am Dienstag in Istanbul. Ein Vertreter der Stämme erklärte: „Wir werden dem SNC den Auftrag geben, bei dem Treffen der Freunde Syriens nächsten Sonntag in unser aller Namen zu sprechen. Binnen zehn Tagen soll dann die Struktur des Nationalrates geändert werden, damit er wirklich alle Gruppen des syrischen Volkes repräsentiert.“
Der Vorsitzende der syrischen Muslimbruderschaft, Riad al-Shafka, verwahrte sich am Rande der Konferenz dagegen, seine Organisation als „radikal“ zu brandmarken. „Um zu zeigen, dass wir genauso demokratisch sind wie alle anderen Oppositionellen, haben wir vor zwei Tagen ein Dokument veröffentlicht, in dem wir uns zu Toleranz und Pluralismus bekennen“, sagte er der dpa. Ein Vertreterin des liberalen Flügels betonte, die syrische Muslimbruderschaft sei nicht mit den ägyptischen Muslimbrüdern zu vergleichen.
Wegen der Gewalt in Syrien stellt die Fluggesellschaft Turkish Airlines den Verkauf von Tickets für Flüge in das Nachbarland ein. Für den Zeitraum vom 1. April an würden auch keine Reservierungen für Flüge mehr angenommen, berichtete die türkische Nachrichtenagentur Anadolu Ajansi am Dienstag. Die Gesellschaft fliegt bisher die syrische Hauptstadt Damaskus und Aleppo an. Die Türkei hat bereits ihre Botschaft geschlossen und ihre Staatsbürger aufgerufen, Syrien zu verlassen. (APA/Reuters/dpa)
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