Zweistellig dem Titel entgegen
Nach einem beeindruckenden 10:2-Heimsieg im zweiten Finalspiel steuern die Innsbrucker Haie unaufhaltsam dem Nationalliga-Titel entgegen. Drei Matchpucks, der erste am Samstag, liegen jetzt bereit.
Von Alex Gruber
Innsbruck –„Wichtig ist nur das letzte Spiel“, hatte HCI-Coach Danny Naud bei seinem Amtsantritt in Innsbruck unmittelbar nach der Landung bei einem Cafe am Flughafen gemeint und sinngemäß aufs Finale und den Gewinn des Titels angespielt. Siege im Grunddurchgang, auch gegen überforderte Farmteams, sind zwar zuweilen ganz schön, ein Sieg oder besser gesagt deren drei in der Best-of-five-Finalserie aber weit besser. Seit gestern steht nur mehr ein gewonnenes Spiel aus, um im dritten Nationalliga-Jahr den ersten Titel seit insgesamt 18 Jahren (1994/IEV) wieder nach Innsbruck zu holen.
Was der HCI nach dem 4:3-Auswärtssieg und dem 0:1-Rückstand gestern mit den Gästen inszenierte, war eine Demütigung par excellence. Vor allem für den ansonsten in dieser Saison oft so brillanten Grazer Schlussmann Ales Sila, der beim Stand von 1:7 nach 27 Minuten wie ein geprügelter Hund die Eisfläche räumte. Geschlagen von einem Innsbrucker Kollektiv, bei dem einmal mehr Mr. Play-off Marc Schönberger als Triple-Torschütze herausragte. Wenn der 30-Jährige momentan die Scheibe Richtung Tor bringt, ist sie drinnen. Ein Irrsinnslauf. Aber einer den er und die Haie sich schon in der Sommervorbereitung unter Kondi-Coach Marco Förster erarbeitet haben. Diese Haie haben einen verdammt langen Atem.
Ein Zuckerl der Extraklasse für die 2500 Fans war auch der Treffer von Alex Höller (2:1/11.), der ein Solo aus dem eigenen Drittel mit einem krönenden Abschluss garnierte. Eines der vielen Beispiele, dass beim insgesamt fünften Sieg in Serie im Play-off (drei am Stück gab‘s bereits im Halbfinale gegen Dornbirn) beinahe alles wie am Schnürchen lief. Beim 7:1 durch Christoph Echtler, übrigens dessen bereits siebenter Treffer im K.o.-Modus, packte Flo Pedevilla als Vorbereiter die Fidel vom Feinsten aus.
Für die Grazer, die ja aus Kostengründen erst am Matchtag angereist waren, wurde die Heimfahrt an einem verpatzten Arbeitstag wohl zur Qual. Die Haie können am Samstag in der Steiermark den Titel fixieren, nach einem zweiten Heimspiel für die Haie bei einer etwaigen Niederlage im dritten Match sah gestern überhaupt nichts aus: „Besser den Spatz in der Hand als die Taube am Dach“, feiert HCI-Obmann Günther Hanschitz ohne jegliches Restrisiko den Titel auch gerne in der Fremde.
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