Neue Firma in Grassers Stiftungsnetzwerk aufgetaucht
Die Behörden fanden eine sogenannte „Hornbeam Corporation“ mit Sitz in Panama. Grassers Anwalt sagte, dass die Firma nicht unter Grassers Verfügungsgewalt stehe.
Wien - Im Firmen- und Stiftungsnetzwerk von Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser ist nun ein neuer Name aufgetaucht. Wie das Nachrichtenmagazin „Format“ vergangene Woche berichtete, findet sich nach den jüngsten Ermittlungen der Behörden darin eine sogenannte „Hornbeam Corporation“ mit Sitz in Panama. Diese sei zwischen der Silverland Stiftung in Liechtenstein und der Levesque Holdings Ltd. in Zypern zwischengeschaltet.
Grassers Anwalt Manfred Ainedter sagt dazu auf Anfrage der APA, die Firma Hornbeam gehöre nicht Grasser und stehe auch nicht unter seiner Verfügungsgewalt. Möglicherweise sei sie einem Stiftungsrat zuzuordnen.
Der Sitz von Hornbeam, der zentralamerikanische Staat Panama, zählt zu den Steueroasen. Weitere Firmen in Grassers Firmennetzwerk finden sich in Liechtenstein (Silverland Stiftung, Waterland Stiftung), auf den British Virgin Islands (Silverwater Invest + Trade Inc.), und auf Zypern (Levesque Holdings Ltd., Gemain Investmtents Ltdl, Man-Angelus Holdings Ltd.). In Geldflüsse rund um das umstrittene Hypo-Group-Alpe-Adria-Investment mit der Investorengruppe um Tilo Berlin ist die Mandarin Group Ltd. mit Sitz im zentralamerikanischen Belize eingebunden.
Grasser steht unter Verdacht der gewerbsmäßigen Steuerhinterziehung. Laut einem vom „Format“ zitierten Oberlandesgerichts-Beschluss vom 13. Februar 2012 soll er mit rund 9 Mio. Euro jongliert und über Steueroasen scheibchenweise an der Finanz vorbei wieder nach Österreich transferiert haben. Dabei soll er 2,6 Mio. Euro Steuern hinterzogen haben. Grassers Anwalt Ainedter weist die Vorwürfe zurück. Für Grasser gilt die Unschuldsvermutung. Grasser war von Februar 2000 bis Jänner 2007 österreichischer Finanzminister in den Regierungen von Kanzler Wolfgang Schüssel (V). Vorher war er in Kärnten unter Jörg Haider Landeshauptmann-Stellvertreter für die FPÖ. (APA)
Kommentare