Polizist redete erstmals

Goldmord: Der Verdächtige will die Vorwürfe entkräften.

Von Thomas Hörmann

Innsbruck –Der 51-jährige Polizist aus dem Unterland brach sein Schweigen. Erstmals nach seinem ebenso spektakulären wie missglückten Fluchtversuch am vergangenen Montag äußerte sich der Mordverdächtige (zumindest indirekt) zu den Vorwürfen.

Und zwar gegenüber seinem Innsbrucker Anwalt Ferdinand Kalchschmid: „Er sagte, dass er einen Entlastungsantrag stellen will.“ Einen Beweisantrag also, um die schweren Vorwürfe entkräften zu können.

Da der Mordverdächtige bisher keinen eigenen Anwalt mit seiner Verteidigung beauftragt hatte, wurde ihm Ferdinand Kalchschmid als Pflichtverteidiger zugeteilt. Ein Standardverfahren.

„Ich hab‘ meinen Mandanten am Montagvormittag erstmals in der Justizanstalt besucht und ihm die Akten zur Einsicht gebracht“, so der Innsbrucker Anwalt, der eigentlich auf das Zivilrecht spezialisiert ist: „Aber ich werd‘ selbstverständlich auch in diesem Fall mein Bestes geben.“

Kalchschmid rechnet jedenfalls mit viel Arbeit.

Bisher verweigerte der Polizist weitgehend die Aussage. Er räumte bei der ersten Einvernahme am vergangenen Montag lediglich ein, Chloroform erworben zu haben. Jenes Mittel also, mit dem die Filialleiterin der Raika Strass vor ihrer Ermordung betäubt wurde.

Daher lautet das Motto auf Seiten der Ermittler derzeit „kriminalistische Kleinarbeit“.

Anders ausgedrückt: Die Beamten des Landeskriminalamtes Vorarlberg versuchen, das herauszufinden, was der Verdächtige möglicherweise verschweigt. Und das geschieht, indem die Kriminalisten das Umfeld des Opfers und des Unterländer Polizisten überprüfen.

„Wirklich neue Erkenntnisse gibt‘s derzeit nicht“, bestätigt auch Hansjörg Mayr, Sprecher der Innsbrucker Staatsanwaltschaft: „Wir können leider weder den Fund der verschwundenen acht Kilo Gold melden noch die Frage beantworten, ob‘s weitere Verdächtige gibt.“ Das sei eben ein echter Mordfall und kein Tatort-Krimi, bei dem nach 90 Minuten regelmäßig der Täter überführt ist.