Weltpolitik

Israelischer Botschafter „tief enttäuscht“ von Österreich

Der UNO-Menschenrechtsrat ist für Aviv Shir-On ein „Hort der Heuchelei“.

Wien – Israel ist nach den Worten seines Botschafters in Wien, Aviv Shir-On, „tief enttäuscht“ von Österreich wegen dessen Verhaltens beim Votum des Menschenrechtsrates der Vereinten Nationen über die israelische Siedlungspolitik im besetzten Westjordanland. „Es schmerzt sehr, dass Österreich da mitmacht“, sagte der Botschafter im Gespräch mit der Tageszeitung Die Presse (Mittwoch-Ausgabe). Es sei ihm „völlig unverständlich, warum Österreich im Gegensatz zu Deutschland keine Solidarität mit Israel“ zeige.

Österreich nehme in letzter Zeit keine „ausgewogene“ Position mehr gegenüber Israel ein, bedauerte Shir-On. Das habe sich schon im vergangenen Herbst gezeigt, als Österreich der mit Zweidrittelmehrheit beschlossenen Aufnahme Palästinas als Vollmitglied in die Erziehungs-, Wissenschafts- und Kulturorganisation der Vereinten Nationen (UNESCO) in Paris zugestimmt habe. Der UNO-Menschenrechtsrat ist für den Botschafter ein „Hort der Heuchelei“, in dem es „automatische Mehrheiten gegen Israel“ gebe.