Standort Tirol

Von der Vorlesungsbank direkt auf den Chefsessel

Acht junge Studierende der Uni Innsbruck und des MCI stellen sich in ihrem eigenen Unternehmen StuCon dem Praxistest.

Von Stefan Bradl

Innsbruck –Schnellstarter Richtung unternehmerische Verantwortung – so kann man die Mitarbeiter von StuCon beschreiben. Denn das Durchschnittsalter in der Consulting-Firma, die 2005 in Krems gegründet wurde und im Oktober letzten Jahres ihre Innsbrucker Niederlassung eröffnete, liegt nicht einmal bei 24 Jahren – in der Führungsetage!

Grund dafür ist die Natur des Unternehmens. Bei StuCon können sich nämlich nur Studierende bewerben und aktiv einbringen. „Unser Hauptziel ist, Studenten die Möglichkeit zu geben, ihr frisch gelerntes Wissen gleich in der Praxis einsetzen zu können“, schildert Daniel Meusburger, der 21-jährige Geschäftsführer des Tiroler StuCon-Standorts. „Die finanzielle Bilanz muss zwar stimmen, aber der Schwerpunkt liegt im Sammeln von Erfahrungen.“

StuCon reiht sich damit ein in die stark wachsende Gruppe studentischer Trainingsunternehmen. Ausgehend von Frankreich in den 1960er-Jahren, gibt es mittlerweile in den meisten Universitätsstädten derartige Projekte.

Bei Jade, dem europäischen Netzwerk dieser Junior Enterprises mit Sitz in Brüssel, zählt man aktuell 280 Mitgliedsunternehmen, bei denen rund 20.000 Studenten mitarbeiten.

Engagieren können sich die bislang 30 StuCon-Mitarbeiter in verschiedenen Bereichen. Von Marketing über Eventmanagement bis hin zu Marktforschung und Technology-Sercives betreuen die Studenten die Aufträge ihrer Kunden. „Spannend finde ich, dass man die gepaukten Theorien plötzlich auf ihre praktische Anwendung runterbrechen muss“, meint IWW-Student Christoph Schmölzer, 22.

Und Daniel Meusburger ergänzt: „Zudem ist es einfach befriedigender, wenn man einen Web-Auftritt nicht nur für eine Prüfung konzipiert, sondern sich das Resultat seiner Arbeit dann im echten Einsatz bewähren muss.“ Das Feedback der Kunden, die vom lokalen Optiker bis hin zu GfK und Microsoft reichen und um die sich ein eigenes Sales-Team kümmert, sei durchwegs positiv.

„Oft wird genau unsere Verbindung zu dem, was aktuell auf den Unis und Fachhochschulen gelehrt wird, geschätzt“, beschreibt MCI-Student Meusburger. „Und auch bei den Themen Social Media und Web 2.0 wird uns viel zugetraut.“ Die Einnahmen, die StuCon lukriert, fließen natürlich an die beteiligten Mitarbeiter, werden aber auch für die internationale Vernetzung sowie für Fortbildungen und Workshops verwendet.

Willkommen ist bei den studentischen Unternehmern jeder, der sich in einem Probeprojekt bewährt. „Zurzeit kommen die Mitarbeiter von der SoWi und vom MCI“, so Meusburger. „Wir sind aber definitiv offen für den Input von Studierenden anderer Fakultäten.“