Stadtgalerien Schwaz buhlen um 120.000 Kunden
Der neue Einkaufstempel Stadtgalerien Schwaz eröffnet Ende April. Der Weg bis dorthin war steinig, er kostete Investor Berghofer Kraft.
Herr Berghofer, mit den Stadtgalerien Schwaz verwirklichen Sie ein Mammutprojekt. Warum tun Sie sich das im Alter von 74 Jahren an?
Günther Berghofer: Für mich war jeder Arbeitstag mit Freude erfüllt. Ich bin in der Früh immer gerne arbeiten gegangen und habe mich neuen Aufgaben gestellt. Das Projekt Stadtgalerien ist nicht nur eine Aufgabe, sondern eine Dienstleistung gegenüber der Stadt Schwaz, für die ich mehr als 20 Jahre als Gemeinderat tätig war.
Für Wirbel sorgte der Architektenwettbewerb. Nicht das Siegerprojekt des Büros Henke-Schreieck, sondern Einkaufszentrenspezialist Brunner kam zum Zug. Hätten sie da nicht auf den Wettbewerb verzichten können?
Berghofer: Ein Architektenwettbewerb hat immer einen Sinn. Man überprüft ständig: „Ist man auf der richtigen Spur?“ Ich war ja Lackproduzent und kein Einkaufszentrenspezialist. Daher wusste ich damals nicht, dass Funktionalität das Wichtigste bei so einem Zentrum ist. Es geht um den Warenkreislauf: Wo kommt die Ware her, wo wird sie abgeladen, wie kommt sie in die Geschäfte und zum Kunden nach Hause, damit sich der Kreislauf schließt?
Wie werden die Stadtgalerien die Stadt verändern?
Berghofer: Die 44 neuen Geschäfte werden Dynamik und neues Leben in die Stadt bringen. 350 Arbeitsplätze entstehen zusätzlich. Wir werden Kunden aus dem ganzen Bezirk anlocken. Unsere Standortanalyse bescheinigt uns ein Potenzial von 120.000 Kunden und ein Umsatzpotenzial von über 500 Mio. Euro.
Wann werden die Stadtgalerien eröffnet?
Berghofer: Am 26. April. Den Kunden erwartet ein vielfältiger Branchenmix, den es bisher hier nicht gegeben hat. Das ist keine Selbstverständlichkeit. Ich musste die internationalen Ketten wie H&M, New Yorker oder Esprit und auch regionale Unternehmen wie MPreis oder Hörtnagl mit einem Konzept überzeugen. Sie alle wollten wissen, wie die Ausgangsbedingungen aussehen, ob sie jene Frequenz erreichen können, damit jedes Geschäft ein Erfolg wird. Ich darf ein Einkaufszentrum nicht nur mit Geschäften füllen, sondern mit Partnern, die erfolgversprechend sind. Je mehr Partner ich finde, die Erfolg haben, umso besser wird das gesamte Zentrum funktionieren.
Wie wird sich Ihr Einkaufszentrum auf die Branche auswirken?
Berghofer: Ein Verdrängungswettbewerb wird wie überall stattfinden. Der Kundenkuchen wird sich wahrscheinlich etwas anders verteilen. Benzin und Diesel werden bald zwei Euro kosten. Dann wird sich der Kunde überlegen, ob er nach Innsbruck zum H&M fährt, wenn er in Schwaz genau das Gleiche bekommt.
Wie und wann geht Günther Berghofer einkaufen?
Berghofer: Selten, meistens im Urlaub, wenn ich Ruhe und Zeit habe. Wenn ich dann etwas sehe, was mir gefällt und passt, kaufe ich es. Es kommt nicht in Frage, dass ich etwas ändern lassen – höchstens die Hosenlänge.
Das Projekt Stadtgalerien ist bald abgeschlossen.
Berghofer: Dann ist wirklich Schluss. Der Bau der Stadtgalerien hat sich auch bei mir bemerkbar gemacht. Am liebsten würde ich jetzt ein halbes Jahr Auszeit nehmen.
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