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Sturmlauf gegen die Riesen-Lkw

Innsbruck, Brüssel – Die Transportgewerkschaft vida lehnt den grenzüberschreitenden Einsatz von „Monster“-Lkw, den so genannten Gigalinern, ...

Innsbruck, Brüssel –Die Transportgewerkschaft vida lehnt den grenzüberschreitenden Einsatz von „Monster“-Lkw, den so genannten Gigalinern, in der EU vehement ab. Dagegen würden ökologische und soziale Gründe sprechen, sagte vida-Verkehrsexperte Heinz Högelsberger in Brüssel. Der SPÖ-Delegationsleiter im EU-Parlament, Jörg Leichtfried, übte massive Kritik an dem Versuch von EU-Verkehrskommissar Siim Kallas, den grenzüberschreitenden Einsatz von Gigalinern durch bloße Interpretation der entsprechenden EU-Richtlinie zu legitimieren. „Der Mann hat seinen Laden nicht im Griff.“

Die 60 Tonnen schweren Gigaliner sind nur in einigen EU-Staaten, darunter Schweden, Finnland, Dänemark und die Niederlande und auf Teststrecken in Deutschland zugelassen, sie konnten bisher aber nicht grenzüberschreitend eingesetzt werden. Nach Angaben von Leichtfried und Högelsberger würde die notwendige Adaptierung des österreichischen Straßennetzes nach Berechnungen der Asfinag 5,6 Mrd. Euro kosten, dafür 4,8 Mrd. Euro für Brückenbauten, der Rest für Leitschienen, Tunnelsicherheit und Parkplätze. In der gesamten EU würden geschätzte Kosten in Höhe von 40 bis 50 Mrd. Euro anfallen.

Dass künftig Mega-Lkws über die Grenze zwischen Deutschland und Tirol rollen, hält Josef Ölhafen, Verkehrsspartenobmann in der Tiroler Wirtschaftskammer, für unwahrscheinlich: „Ich gehe davon aus, dass das Verkehrsministerium diesen Versuchen nicht zustimmen wird.“

EU-Verkehrskommissar Kallas betonte, dass kein EU-Land Gigaliner akzeptieren muss. Im Fall von Grenzüberschreitungen müssten die beiden betroffenen Staaten ihre Zustimmung geben. (cs, APA)