Unternehmen

ÖGB fordert mehr Tourismuslohn

1450 Euro Mindestlohn würden auch den weiteren Erfolg im Wintertourismus sichern.

Innsbruck – In den Mitte März gestarteten Kollektivvertragsverhandlungen für Tourismusbeschäftigte fordert der Österreichische Gewerkschaftsbund (ÖGB) Tirol einen Mindestlohn bzw. ein Mindestgehalt von 1450 Euro. „Working poor“, also Menschen, die trotz Erwerbstätigkeit nicht vor Armut abgesichert sind, wären im Tourismus ein allgegenwärtiges Problem, erklärt Roland Müller, Teil des Verhandlungsteams und vida-Landesgeschäftsführer: „Der Mindestlohn im Hotel- und Gastgewerbe liegt derzeit bei 1205 Euro, das Mindestgehalt bei 1208 Euro brutto für Vollzeitbeschäftigung.“

Obwohl der Tourismus von den Krisen der vergangenen Jahre weit weniger betroffen war als andere Branchen und trotz hervorragender wirtschaftlicher Ergebnisse hätten die Arbeitgeber bislang eine angemessene finanzielle Anerkennung der Leistungen der Arbeitnehmer verweigert, beklagt Müller.

Die jüngste Statistik zum Bruttojahreseinkommen der unselbstständig Beschäftigten zeige, dass nur noch die Landwirtschaft hinter dem Tourismus liegt. Eine angemessene Entlohnung sei vor allem im stetig wachsenden Wintertourismus wichtig. Zwischen November und Februar 2012 urlaubten 4,4 % mehr Gäste in Tirol als noch im vergangenen Winter, die Tirol Werbung spricht sogar von einem Plus von 5,1 % im laufenden Wintergeschäft.

„Die Beschäftigten, die unter schwierigen Bedingungen die für den Erfolg nötigen Dienstleistungen erbringen, werden großteils mit nach wie vor nicht ausreichenden Löhnen abgespeist“, erwähnt Harald Schweighofer, GPA-djp-Regionalgeschäftsführer. Die nächste Verhandlungsrunde ist für den 12. April angesetzt. (TT)