Haie bleiben im Jagdmodus: Killerinstinkt statt Leichtsinn

Trotz des 10:2-Heimsiegs im zweiten Spiel und einer 2:0-Führung in der Finalserie wissen die Haie, dass noch ein Schritt zum Nationalliga-Titel fehlt.

Von Alex Gruber

Innsbruck –HCI-Obmann Günther Hanschitz strahlte am Dienstagabend in der Tiwag-Arena nach der Heimgala wie ein neuer Euro, als er die Eisfläche nach dem Spiel­ende überschritt. Er war einfach nur „very proud“ – „sehr, sehr stolz“. Kein Wunder, hatte sein Team den 2500 Fans zehn zum Teil sehenswerte Tore und eine eindrucksvolle Show im vielleicht letzten Heimspiel der Saison geboten. „Wir sind kompakt und haben eine breite Brust. Ich gehe davon aus, dass es am Samstag fertig ist“, rechnet Hanschitz damit, am 31. März im dritten Match in Graz den letzten Schritt am Weg zum Titel zu setzen.

Marc Schönberger hätte man gestern in der Innsbrucker Altstadt als Anerkennung eigentlich ein sonniges Bänklein aufstellen müssen. Der Bankier, der im Play-off zehn (!) seiner insgesamt 22 Saisontreffer markiert hat, war aber schon wieder dienstlich im Einsatz.

Die Erklärung fürs persönliche Hoch im K.o.-Modus? „Ich spiele einfach gerne Play-off. Das war schon immer so. Und heuer läuft‘s besonders gut.“ Dass eine gewisse Routine mit 30 Lenzen auf der Schlägerschaufel mitschwingt, ist dem Familienvater (Töchterchen Lia/4) ebenso klar, wie die Tatsache, dass man trotz einer 2:0-Führung in der Best-of-five-Serie mit beiden Beinen am Boden der Tatsachen bleiben muss: „Ich trau‘ mich noch nicht zu sagen, dass die Grazer am Boden sind. Sie haben ja jetzt nichts mehr zu verlieren und können befreit aufspielen.“

Dass der Heimsieg am Ende sogar zweistellig ausgefallen ist, ändere nichts an den (psychologischen) Tatsachen: „Das ist weder ein Vorteil noch ein Nachteil für uns. Unser Sieg im ersten Match in der Verlängerung hat ihnen wahrscheinlich mehr weh getan als das 10:2“, spricht Schönberger wie seine Kollegen nur von einem weiteren gewonnenen Spiel. Große Jubelarien in der Kabine seien ohnedies ausgeblieben, der Fokus wurde sofort wieder auf das dritte Match in Graz gerichtet: „Man soll sich nie zu sicher sein. Wir müssen weiter konzentriert und diszipliniert bleiben“, weiß Schönberger. Der Glaube an die eigene Stärke ist beim Sturmführer der dritten Angriffsreihe dennoch felsenfest verankert: „Alle drei Linien können bei uns Tore machen. Und wenn wir so weiterspielen, sollte uns der Titel einfach nicht mehr zu nehmen sein.“

Auswärtskapitän Stefan Pittl unterstreicht Schönbergers Worte: „Die Leute rundherum sind sehr euphorisch, aber es ist noch nichts gewonnen. Wir sind sehr fokussiert und wollen nicht leichtsinnig werden.“ Genauso wollen sich die Haie den Killerinstinkt für die Titeljagd bewahren.