Nach Brandanschlag auf Tiroler Firma Prozess gegen Inhaberin
Der Ex-Mitarbeiter war wegen der Feuerlegung verurteilt worden und hatte seine Chefin schwer belastet.
Innsbruck – Nach einem spektakulären Brandanschlag auf eine auf Wasser-und Luftkeimanalysen spezialisierte Firma in Innsbruck im November 2010 hat sich am Donnerstag die ehemalige Firmeninhaberin wegen Bestimmung zur Brandstiftung, Verleumdung und versuchten Versicherungsbetrugs über 33.000 Euro am Landesgericht Innsbruck verantworten müssen. Mit einem Urteil wurde für Donnerstag gerechnet. Im Falle einer Verurteilung drohen der Beschuldigten bis zu zehn Jahre Haft.
Die Frau war von ihrem ehemaligen Angestellten schwer belastet worden. Dieser wurde Anfang August des vergangenen Jahres wegen Brandstiftung und schwerer Sachbeschädigung zu viereinhalb Jahren Haft verurteilt (nicht rechtskräftig). Seine ehemalige Chefin hätte ihn angestiftet, das Feuer zu legen, behauptete der damals 28-Jährige. „Ich hatte immer das Gefühl, ich bin ihr was schuldig“, hatte der Angeklagte beim Prozess über sein Verhältnis zu der Frau gesagt. Sie habe ihm mehrmals „finanziell ausgeholfen“. Anfang November 2010 sei sie schließlich auf ihn zugekommen und habe angesichts der „total schlechten finanziellen Situation“ des Unternehmens zu ihm gesagt: „Ich hätte eine Lösung, wie wir kurzfristig zu Geld kommen“.
Der Verteidiger der ehemaligen Firmenchefin, Hermann Holzmann, hatte nach Bekanntwerden der Anklageerhebung betont, dass der Brand seine Mandantin „komplett auf dem falschen Fuß erwischt“ habe. Ein Investor habe schon per Vertrag mit 100.000 Euro in die Firma einsteigen wollen. Zudem hätte die Unternehmerin ja gewusst, dass sie für so ein Brandgeschehen mit 33.000 Euro „total unterversichert“ gewesen wäre, meinte Holzmann.
Am 23. November 2010 war das Büro in Flammen aufgegangen. Laut Brandermittlern breitete sich eine explosionsartige Verpuffung über das ganze Gebäude aus. Das Büro der Firma brannte vollständig aus, zum Teil wurde selbst das Mauerwerk umgeworfen. Bewohner mussten evakuiert werden, einige erlitten Verletzungen. Im Zuge der Ermittlungen waren am Tatort Brandbeschleuniger nachgewiesen worden. Im April 2011 wurde schließlich über das Vermögen der Firma ein Konkursverfahren eröffnet.
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