Bühne

Koreas Musik in Europa wundgeträumt

Hall – Außereuropäischer und neuer europäischer Musik widmet die Galerie St. Barbara Hauptwegstrecken. Ein markanter Kreuzungspunkt führt zu...

Hall –Außereuropäischer und neuer europäischer Musik widmet die Galerie St. Barbara Hauptwegstrecken. Ein markanter Kreuzungspunkt führt zu dem Schweizer Komponisten Klaus Huber, einem langjährigen Adressaten von St. Barbara. Nun ist Huber beim Osterfestival zu Gast, mit ihm seine Frau, die koreanische Komponistin Younghi Pagh-Paan, die sich Europas Avantgarde anschloss, ohne ihre Wurzeln zu verraten. Die serielle Grundierung in der Schreibweise des Paares ist, mit den Jahren zunehmend, individuell aufgebrochen.

Von beiden waren am Mittwoch im Haller Salzlager zentrale Stücke zu hören, von Pagh-Paan „Wundgeträumt“, „Mich dürstet“ und „Hang-Sang IV“, von Huber das Agnus Dei, „Auf die ruhige Nacht-Zeit“, „Rauhe Pinselspitze II“, „Senfkorn“ und das wunderbare, über einer Chaconne Henri Purcells träumende Stück „Ein Hauch von Unzeit III“, ein Gespinst gewoben aus Klang, Zeit, Raum und Konzentration.

Das Ensemble Phace/contemporary music weiß, wie man die Notenbilder zu Musik macht, weiß, was an der Basis und im Hintergrund mitschwingt. Vorzüglich Silvia Spinnatos Sopransicherheit, Pianist Michael Schöch schenkte Pagh-Paan noch Musik von Messiaen. Klaus Huber hat in zwei seiner Stücke europäisches mit koreanischem Instrumentarium kombiniert, die Möglichkeit für die Musikerinnen und Musiker des Korean Music Project, ihre Flexibilität und Kunst zu zeigen. Ihrer traditionellen Musik gehörte das Finale des Abends, sie reicht von stiller Konzentration zu entfesselter Virtuosität (Percussionistin Sori Choi). Iho Ahn führte das faszinierende Erzähltheater „Pansori“ vor und man begriff auch ohne zu verstehen, dass er darin ein großer Künstler ist. (u.st.)