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Enorme Sparpotenziale im alltäglichen Leben

VKI-Test ergab große Preisunterschiede in den Bereichen Nahrungsmittel, Kosmetik und Kfz-Versicherungen.

Wien – Sparen heißt einschränken, verzichten, entbehren. Richtig? Falsch. Geht es nämlich nach dem Verein für Konsumenteninformation (VKI), birgt der Alltag enorme Sparpotenziale in nahezu allen Lebensbereichen - und zwar ohne jeglichen Verlust an Lebensqualität. Sei es im Haushalt, beim Einkauf oder bei Versicherungen. Tests der Konsumentenschützer haben ergeben, dass billige Produkte häufig sogar qualitativ besser sind.

„Ein von uns erstellter Überblick zu Einsparpotenzialen - basierend auf Testergebnissen der letzten Monate - zeigt: Zwischen dem jeweils teuersten und dem jeweils besten ,guten‘ Produkt waren Ersparnisse von bis zu 92 Prozent möglich - bei teils besserer Qualität“, betonte VKI-Geschäftsführer Franz Floss am Donnerstag im Rahmen einer Pressekonferenz in Wien. Manche Produkte ließen sich aber auch generell einsparen - so etwa Cremes gegen Cellulite, die Tests zufolge gänzlich wirkungslos sind.

Mit nur einem geringfügig erweiterten Zeitbudget sowie etwas mehr Aufmerksamkeit, kann man dem arg strapazierten Geldbörsel Schonung angedeihen lassen. So gelte es laut VKI beim Einkaufen folgende „Verhaltensregeln“ zu beachten: Nie hungrig in den Supermarkt gehen - Untersuchungen belegen, dass es bei leerem Magen zu mehr Spontaneinkäufen kommt. Unbedingt eine Einkaufsliste erstellen - auch sie kann vor Spontaneinkäufen bewahren, die nicht geplant waren. „Bücken und strecken“: Teurere Waren befinden sich in der Regel in Augen- und Griffhöhe. In den niedrigeren oder höheren Regalplätzen sind oft preiswertere Produkte „versteckt“.

„Einfach wird sparen dort, wo man ruhigen Gewissens auch zu einem Billigprodukt greifen kann, da man weiß, dass Qualität nicht vom Preis abhängt“, so Floss. Dies sei zum Beispiel bei vielen Kosmetik-und Pflegeprodukten der Fall. Ein aktueller Test des VKI-Magazins „Konsument“ zu Volumenmascaras zeigt, dass Luxus-Wimperntusche nicht immer unbedingt besser sein muss als preiswerte. Gleiches gelte für getönte Tagescremen, bei denen der Preisunterschied zwischen teuerstem und bestem „guten“ Produkt rund 67 Euro pro 100 Milliliter betrug.

Allgemein bekannt und dennoch viel zu selten genützt ist der Bereich Stromsparen. Allein, wenn der PC und die Zusatzgeräte bei Nichtgebrauch abgedreht werden, kann die Jahresstromrechnung um 25 Euro oder mehr sinken. Drucker werden im Privathaushalt meist selten bzw. nur kurz verwendet, verbrauchen im Standby-Modus aber nahezu gleich viel Strom wie im Betrieb. Zudem verbrauchen auch Ladegeräte, die dauerhaft angesteckt bleiben, Strom. Bei TV-Geräten bringt ein Umstieg von Röhrengeräten auf - etwa gleich große - Flachbildschirme in der Regel eine Kostenersparnis mit sich.

Ähnliches gilt für Waschmaschinen, Geschirrspüler, Wäschetrockner und Kühlschränke. In diesen Fällen können schon bei der Anschaffung hunderte Euro gespart werden - natürlich nur, wenn man sich die Zeit nimmt und nach dem günstigsten Qualitätsprodukt sucht.

Sogar beim Kochen kann jede Menge Energie gespart werden: Deckel auf den Topf geben, Resthitze der Kochfelder nutzen und Kleingeräte verwenden oder Wasser mit einem Wasserkocher (statt auf dem Herd) zum Kochen bringen. Wenn Kühl- und Gefriergeräte zu rund zwei Drittel gefüllt sind, entweicht weniger kalte Luft beim Öffnen. Auch Dämmmaterial wie Styropor oder Karton ist laut VKI eine Option.

Oft mehrere hundert Euro pro Jahr lassen sich auch bei Kfz-Versicherungen einsparen - und das mit relativ geringem Aufwand. VKI-Untersuchungen haben gewaltige Prämienunterschiede bei Kfz-Polizzen aufgezeigt. Bei Teilkasko waren bis zu 400 Euro, bei Vollkasko bis zu 560 Euro jährlich weniger zu bezahlen, wenn zu einem günstigeren Anbieter gewechselt würde. Soll heißen: Haftpflicht und Kasko jährlich zu prüfen bietet die Chance, mit nur ein wenig Mühe viel Geld sparen.

Bei Sparen ohne Versicherungswechsel raten die Konsumentenschützer nachzuverhandeln. Wer auf ein günstigeres (möglichst schriftliches) Konkurrenzoffert verweisen kann, hat gute Karten, die aktuelle Prämie nach unten anpassen zu können. Bei einem Kaskovertrag für ein nicht mehr neues Fahrzeug kann der Umstieg von Voll- zu Teilkasko sinnvoll sein. Eine jährliche Zahlungsweise kommt übrigens billiger, als die Prämien halbjährlich, vierteljährlich oder gar monatlich abzustottern. (APA)