Ein Himmel voller Sterne
Daniel Kleinl und Kristian Musser alias Tanz Baby! präsentieren ihr zweites Album „Staub oder Stern“.
Innsbruck –Der Look von Tanz-Baby-Sänger und Aushängeschild Daniel Kleinl erinnert ein bisschen an Max Raabe. Oder an einen schnieken Oberkellner in einem altmodischen Café in Wien. Dieses pomadisierte Haar, das glattrasierte Gesicht, Schlips, weißes Jackett mit roter Rose. Der große Herzensbrecher. Die Musik von Tanz Baby! klingt auch so, wie Herr Kleinl aussieht: schmachtend. Aber etwas ist faul an dieser Optik-Akustik-Gleichsetzung, denn seine Stimme ist zu hart, um als vor Sehnsucht triefend durchzugehen. Sie ist zu ausdrucksstark, zu markant. Auch die Musik ist keine Schlagersülze, sondern auf „Staub oder Stern“ finden sich 13 schillernde Popsongs.
Das Album ist ein Kaleidoskop aus glamourösen Melodien, frivolen Discogrooves und knisterndem „Ich fang gleich an zu tanzen“-Rock. Da schadet auch der Anflug von Neue Deutsche Welle nicht. Anspieltipp ist der Titel „Und dann bleib ich“, denn dieser Song bringt auf den Punkt, was das ganze Album soll: mit einem etwas angestaubten „Hm-tah“-Rhythmus kommt er behäbig in die Gänge, schwerenöterischer Gesang gesellt sich dazu, ein Akkordeon reiht sich ein, elektronische Beats tauchen auf und so steigert er sich zu einem fulminanten Finale mit eklektischem Trommelwirbel, Bläsern und Streichern. Opulenz lautet die Devise. Der Sänger hat es schwer, denn er erkennt, „die Welt ist leer, die Nacht einsam und gedankenschwer“. Weltschmerz, großes Drama. Das ist der O-Ton von „Staub und Stern“. Und weil das Ganze mit einem frechen Augenzwinkern vorgetragen wird, gesellt sich zu diesen theatralischen Gesten ein elektrisierender Schuss Ironie. (sbn)
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