Standort Tirol

Sillpark sagt Benko den Kampf an

Primark-Start facht Schlacht unter Shoppingmeilen an. Markenshops gefährden mittelständische Händler.

Von Max Strozzi

Innsbruck –Der Wettbewerb zwischen den Einkaufstempeln­ wird massiv zulegen, glaubt Marcus Wild, Chef der Spar-Shoppingcentergruppe SES, die auch den Innsbrucker Sillpark betreibt. Besonders in Innsbruck dürfte sich heuer der Kampf um den Kunden massiv­ verschärfen. Mit dem Einzug der Textilkette Primark in den Sillpark sagt Wild den Einkaufszentren, vor allem dem Kaufhaus Tyrol von Rene­ Benko­, den Kampf an. „Ziel ist es, mit dem Sillpark im innerstädtischen Bereich die Nummer eins zu werden. Ich erwarte, dass die Frequenz im Sillpark in den nächsten zwei Jahren um 30 Prozent zulegt“, rechnet Wild vor. Er kündigt einen weiteren Umbruch an. „Der gesamte Mietermix wird sich in den nächsten Jahren im Sillpark stark verändern“, sagt er, ohne aber Details zu nennen.

Primark eröffnet im Spätsommer im Sillpark auf 4000 Quadratmetern seinen ersten Österreich-Standort mit 300 Arbeitsplätzen. Die Bekleidungs­kette setzt dabei voll auf Kampfpreise. Primark betreibt 232 Filialen in sieben Ländern, im Geschäftsjahr 2010/11 stieg der Umsatz auf umgerechnet 3,64 Mrd. Euro.

In Tirol sind derzeit noch einige Fachzentren und Einkaufszentren in Bau, wie etwa die Stadtgalerien in Schwaz. SES-Chef Wild ortet allerdings kein Potenzial für weitere Shopping-Meilen in Tirol. „Ich glaube nicht, dass es neue Einkaufszentren geben wird“, sagt Wild. Stattdessen würden städtische Top-Standorte gewinnen. „Nummer-zwei-Standorte­ sind eher Themenzentren, Top-Standorte haben hingegen eine große Nachfrage­“, so Wild. Denn immer mehr Marken würden ihre eigenen Shops führen und nach Top-Standorten suchen. „Geschäfte mit mehreren Marken werden es schwer haben, die Einmarken-Shops gewinnen dazu“, glaubt Wild. Beispiele seien etwa H&M, Zara, aber auch die wachsende Zahl an Apple-Geschäften. „Apple ist eine der umsatzstärksten Marken, die man im Shopping­center haben kann“, sagt Wild. Im Europark in Salzburg beispielsweise, dem größten Center im SES-Verbund, werden im Schnitt 9300 Euro pro Quadratmeter Verkaufsfläche umgesetzt. Ein Apple-Geschäft indes bringe es mit 18.000 Euro je Quadratmeter auf das Doppelte­. Durch den Trend zu Einmarken-Shops wird sich künftig der Branchenmix in Einkaufszentren verändern, auch die Shops werden kleiner, glaubt Wild. Viele mittel­ständische Händler dürften hingegen dem Trend zum Einmarken-Shop zum Opfer fallen.

Auch die Gastronomie werde künftig verstärkt zum Thema in Shopping-Meilen werden, etwa mit Haubenlokalen. Auch Lebensmittelhändler würden in die Zentren drängen.

Durch den wachsenden Online­handel sieht Wild die Einkaufszentren nicht gefährdet. „Marken sind im Internet erfolgreich, wenn sie auch Shops haben“, glaubt er. Selbst Internetgigant Amazon habe daher jüngst in Kanada seinen ersten realen Shop eröffnet. Das Geschäft in preissensiblen Branchen, wie etwa Musik und Buchhandel, werde allerdings in das Internet abwandern.