Gesellschaft

Tank-Chaos in Großbritannien: Polizei muss Tankstellen schließen

Nach dem Aufruf von Premier David Cameron, anlässlich eines Tankstreiks lieber vorzusorgen, musste die Polizei ausrücken, um das Verkehrschaos unter Kontrolle zu bringen.

London – Mit einer unbedachten Aussage hat der britische Premier David Cameron in Großbritannien ein reglrechtes Tank-Chaos ausgelöst. Er hatte seinen Landsleuten angeraten, rechtzeitig zu tanken, da die Gewerkschaft Unite einen Streik angekündigt hatte.

Die Folge waren kilometerlange Staus an den Tankstellen und ein umfangreicher Polizeieinsatz. „Die Polizei greift ein, indem sie die Tankstellen anweist, vorübergehend zu schließen, um den Verkehr aufrechtzuerhalten“, zitiert der „Spiegel“ die südwestenglische Polizei.

Wie die britischen Mineralölhändler mitteilten, sind die Verkäufe von Benzin um mehr als 80 Prozent angestiegen, teilweise musste sogar die Feuerwehr wegen verschütteten Benzins gerufen werden.

Die Gewerkschaft Unite hatte zwar mit einem Streik der Kraftfahrer gedroht, allerdings kein konkretes Datum genannt. Daraufhin brach offenbar in der Regierung Panik aus. Nicht nur Cameron riet zum Tanken. Der Minister für Kabinettsangelegenheiten, Francis Maude, schlug den Bürgern sogar vor, dass sie genügend Benzin auf Vorrat in Kanistern abfüllen und in ihren Garagen lagern sollten.

Das handelte ihm Kritik von der Feuerwehrein, die ein derartiges Verhalten als fahrlässig ansieht. Energieminister Ed Davey rief die Autofahrer dazu auf, dass sie ihre Fahrzeuge volltanken sollten und nicht nur halbvoll.

Nach Angaben der Streikverhandler ist die Aufregung bislang umsonst, denn derzeit sei immer noch nichts Konkretes geplant. Oppositionschef Ed Miliband will jetzt von Cameron eine öffentliche Entschuldigung wegen der abstrusen Vorschläge. (tt.com)