Bürma

Suu Kyi will angebotenes Regierungsamt nicht

Die burmesische Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi will ihren Platz im Parlament nicht verlieren und verzichtet deshalb auf ein mögliches Regierungsamt.

Rangun - Im Fall ihres Einzugs ins burmesische Parlament bei den Nachwahlen am Sonntag will Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi kein Amt in der vom Militär gestützten Regierung annehmen. „Ich habe nicht die Absicht, das Parlament wieder zu verlassen, nachdem ich so sehr darum gekämpft habe, hinein zu kommen“, sagte die 66-jährige Friedensnobelpreisträgerin am Freitag in Rangun. Die Verfassung von 2008 schreibt vor, dass Regierungsmitglieder nicht gleichzeitig ein Parlamentsmandat ausüben dürfen.

Die Regierung von Präsident Thein Sein, die im vergangenen Jahr nach vier Jahrzehnten der Militärherrschaft die regierende Junta ablöste, hat Suu Kyi für den Fall ihrer Wahl ins Parlament ein Regierungsamt in Aussicht gestellt. Die zivile Regierung des früheren Generals, der unter der Militärjunta bereits Regierungschef war, hatte nach den umstrittenen Parlamentswahlen im November 2010 die Macht übernommen. Seitdem hat die Regierung eine Reihe von Reformen zur Öffnung des Landes eingeleitet.

Warnung vor Unregelmäßigkeiten

Suu Kyi warnte am Freitag vor möglichen Unregelmäßigkeiten bei den Nachwahlen. „Wir können nicht von einer wirklich freien und gerechten Wahl ausgehen, wenn wir bedenken, was hier in den letzten Monaten passiert ist“, sagte Suu Kyi. Ihre Nationale Liga für Demokratie (NLD) hatte über Unregelmäßigkeiten geklagt, unter anderem fehlerhafte Wählerlisten. Die NDL sei trotzdem entschlossen, „nach vorne zu schauen, weil unser Volk es so will“, sagte Suu Kyi.

Suu Kyi, die in den vergangenen 20 Jahren meist unter Hausarrest stand oder in Haft saß, bewirbt sich bei den Nachwahlen im ländlichen Wahlkreis Kawhmu südlich von Rangun erstmals um einen Parlamentssitz. Sie musste ihren Wahlkampf in der vergangenen Woche völlig erschöpft abbrechen. Insgesamt sind bei der Nachwahl 45 Parlamentssitze zu vergeben. Die Wahl wird als wichtiger Test für den Reformwillen der Regierung betrachtet. (APA/AFP)