NPD-Seite nach Flashmob für mehrere Stunden offline
Nachdem ein Online-Flashmob gegen die Facebook-Seite der NPD mobil gemacht hatte, wurde diese von der Partei mehr oder weniger freiwillig für mehrere Stunden vom Netz genommen.
Berlin – Der Aufruf war am Donnerstag auf vielen Facebook-Pinnwänden zu lesen: Unter dem Motto „Neonazis ärgern“ sollten Nutzer des sozialen Netzwerks dafür sorgen, dass die Fanseite der rechtsradikalen NPD aus Facebook verschwindet. Die entsprechende Anleitung wurde gleich mitgeliefert: Die Seite sollte als „bedenklich“ gemeldet werden, mit der Begründung dass sie „Hassreden“ enthalte – dies verstößt gegen die Facebook-Nutzungsregeln.
Die Aktion zeigte offenbar Wirkung: Der Netz-Auftritt der Partei war am Donnerstagabend nicht mehr erreichbar. Der Aufruf der Adresse führte nur noch zu einer Fehlermeldung. Eine Facebook-Sprecherin verwies auf Anfrage auf das übliche Verfahren, wonach Nutzer jederzeit Inhalte melden könnten, die gegen die Richtlinien von Facebook verstößen. „Nachdem eine Meldung bei Facebook eingegangen ist, wird diese von einem Team überprüft und anschließend eine passende Maßnahme ergriffen.“ Dazu gehöre auch, dass Facebook „keine hasserfüllten Inhalte“ auf der Online-Plattform toleriere.
Wenige Zeit später war der Facebook-Auftritt der NPD allerdings wieder erreichbar. Man habe am Donnerstag selbst die Seite für einige Stunden vom Netz genommen und später wieder online geschaltet, erklärte der saarländische NPD-Politiker Frank Franz auf der Facebook-Seite. „Wir sind hier und hier bleiben wir auch.“
In Österreich kursiert derzeit übrigens ein ähnlicher Aufruf im sozialen Netzwerk: Mit der selben Begründung („enthält Hassreden“) sollen Nutzer die Seite von FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache melden. (tt.com/dpa)
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