Fügen läuft Mayrhofen den Rang bei Einwohnerzahl ab
Die Bevölkerung in Mayrhofen wächst im Vergleich zu anderen Talgemeinden nur langsam. Leistbarer Wohnraum ist hier Mangelware.
Von Angela Dähling
Mayrhofen, Ramsau, Fügen –Freudentag am Donnerstag in Ramsau: Mit dem Spatenstich für die rund 670.000 Euro teure Sanierung und Erweiterung des Kindergartens wird hier bald eine ganztägige ganzjährige und gemeindeübergreifende Kinderbetreuung möglich sein. Durch eine Dachaufstockung entstehen drei neue Gruppenräume und eine Kinderkrippe. Das Projekt werde großzügigst vom Land gefördert, freut sich Bürgermeister Fritz Steiner. Hippach, Schwendau und Hainzenberg leisten einen Baukostenzuschuss. „Mit Mayrhofen rechnen wir über ein anderes System ab, weil derzeit nur drei Mayrhofner Kinder mitbetreut werden und die Mayrhofner künftig eigentlich eine eigene Kinderbetreuung wollen“, sagt Steiner. Sein Mayrhofner Amtskollege Günter Fankhauser bestätigt das. „Aber für drei Kinder ist das eine vernünftige Lösung.“ Die Mayrhofner Volksschuldirektorin Maria Valentin ist überzeugt, dass das Interesse an der Nachmittagsbetreuung rasch wachsen werde – jetzt, wo es tatsächlich ein Angebot gibt. Das hofft auch der zuständige Ausschussobmann im Gemeinderat Roman Eberharter.
Sorgen macht er sich allerdings um die Bevölkerungsentwicklung in seiner Heimatgemeinde. War Mayrhofen im Jahr 1999 noch mit 3720 Hauptwohnsitzen die mit Abstand einwohnerstärkste Gemeinde des Zillertales, droht Fügen ihr darin allmählich den Rang abzulaufen. Mayrhofens Wohnbevölkerung stieg seither nämlich nur um 113 Personen auf 3833 Personen (laut Landesstatistik 2010). Fügen wuchs im gleichen Zeitraum um 508 Personen auf 3803 Bewohner. Selbst Ramsau und Schwendau verzeichneten in den letzten zehn Jahren einen Zuwachs von knapp 200 Bürgern.
Für Eberharter ist klar: „Familien können sich das Wohnen in Mayrhofen nicht mehr leisten und ziehen weg.“ BM Günter Fankhauser gibt zu bedenken, dass in der Statistik die Nebenwohnsitze fehlen. „Es gibt etliche, die im Tourismus in Mayrhofen arbeiten und hier auch wohnen, aber ihren Hauptwohnsitz z. B. bei den Eltern in Kufstein lassen“, sagt er.
BM Fankhauser und GR Roman Eberharter stehen am kommenden Mittwoch, 4. April, TT-Chefredakteur Mario Zenhäusern und dem Publikum Rede und Antwort beim TT-Forum zum Thema „Familien in Mayrhofen am Abstellgleis?“. Beginn im Europahaus ist um 19.30 Uhr.
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