Wirbel um Abbau von Jagdhütte

Nach der Neuvergabe der Scharnitzer Arntaljagd drohte die alte Pächtergemeinschaft ihre Jagdhütte nicht der Gemeinde überlassen.

Von Nikolaus Paumgartten

Scharnitz –Wenn am 1. April das neue Jagdjahr anbricht, dann geht die so genannte Arntaljagd in Scharnitz nach 20 Saisonen an einen neuen Jagdpächter über. Bisher hatte eine Pächtergemeinschaft zunächst aus sechs, dann aus vier Personen die Jagd inne.

Um eine im Jahr 2003 von der Gemeinschaft aufgestellte Jagdhütte ist ein Streit entbrannt. Schließlich haben die scheidenden Pächter angekündigt, die Hütte noch vor Sonntag wieder abzubauen. Denn laut Vertrag aus dem Jahr 1991 geht alles Auf-, Zu- und Umgebaute in der Arntaljagd – von den Hochständen bis hin zu Jagdhütten – mit Beendigung des Pachtverhältnisses ins Eigentum der Gemeinde über. Brisantes Detail in der Causa: Einer der vier Jagdpächter ist der ehemalige Scharnitzer Bürgermeister Walter Lechthaler.

Für Altbürgermeister Lechthaler ist der Fall klar: „Wir haben die Hütte in Eigenregie und mit eigenen Mitteln errichtet.“ Insgesamt habe man 14.000 Euro in den drei mal drei Meter großen Bau mit Veranda investiert. Eine Summe und Arbeitszeit, um die Lechthaler und seine Jagdkollegen nicht umfallen wollen.

Er, so Lechthaler, hätte es von der Gemeinde anständig gefunden, wenn diese von sich aus eine Ablöse für die Hütte angeboten hätte. Das sei aber nicht passiert. Im Gegenteil. Als es darum ging, dass die Jagd neu vergeben werden sollte, sei ihm seitens der Gemeinde signalisiert worden, dass diese gerne einen Pächterwechsel bei der Arntaljagd haben würde. Diese Tatsache und der in die Höhe geschossene Jagdpachtzins haben die alte Pächtergemeinschaft schließlich auch dazu veranlasst, sich nicht mehr um den Zuschlag zu bemühen.

„Wir haben dem neuen Jagdpächter aber angeboten, dass wir die Hütte gegen Zahlung einer Entschädigung stehen lassen“, so Lechtaler. An 30 Prozent des ursprünglichen Wertes, also rund 4000 Euro, habe man dabei gedacht. Der neue Pächter sei auf das Angebot jedoch nicht eingegangen, weil damit die Hütte trotzdem nicht ihm, sondern – wie im Vertrag festgehalten – der Gemeinde gehören würde, so Lechthaler. Ihm gehe es in der Sache nicht darum, „der Gemeinde etwas zu Fleiß zu tun“, betont er. Die Hütte habe aber noch einen gewissen Wert, lasse sich an anderer Stelle wieder aufbauen und er habe auch bereits eine Verwendung dafür, so Lechthaler.

In letzter Minute konnten sich Lechthaler und die Gemeinde gestern Nachmittag doch noch auf einen Kompromiss einigen: für 3000 € wird die Gemeinde den Pächtern die Jagdhütte nun ablösen.