1,5 Jahre Videoüberwachung auf Autobahnen: Über 30 Treffer
Der ursprüngliche Probebetrieb auf den Autobahnen in Niederösterreich wurde auf unbestimmte Zeit verlängert.
St. Pölten – Seit eineinhalb Jahren ist auf niederösterreichischen Autobahnen die videounterstützte Verbrecherjagd im Gang. Von Anfang Oktober 2010 bis Jahresende 2011 wurden auf diesem Weg mehr als 30 Verdächtige gefasst, vom Pkw-Dieb bis zum per Haftbefehl gesuchten Straftäter. Seit Jahresbeginn sei noch „einiges dazugekommen“, sagte Franz Wendler, Leiter der kriminalpolizeilichen Abteilung der NÖ Sicherheitsdirektion, genaue Zahlen gebe es aber noch nicht. Die Polizei sieht durch die Videoüberwachung jedenfalls „schöne Erfolge“.
Zu Beginn wurden drei stationäre Einheiten zur Kennzeichenerfassung (KES) bei den Überkopfwegweisern installiert, geplant war ein Probebetrieb für sechs Monate. Der Einsatz der Kameras wurde danach auf unbestimmte Zeit verlängert. 2010 wurden zunächst drei Kameras an nicht bekanntgegebenen Standorten montiert, ob noch Anlagen dazugekommen sind, ließ Wendler offen. Man bewege sich jedenfalls im einstelligen Bereich.
Die Kameras erfassen auf allen Fahrspuren von hinten die Kennzeichen der vorbeifahrenden Kfz, gleichen sie mit Fahndungsdaten etwa aus dem Polizeicomputer EKIS ab und alarmieren bei Übereinstimmung die nächstgelegene Autobahnpolizeiinspektion. Die Anlagen werden derzeit laut Polizei nur in Niederösterreich betrieben, die Anschaffung pro Einheit kostete rund 100.000 Euro.
Auch einige mobile Geräte sind in Verwendung. Sie werden flexibel bei Schwerpunktaktionen verwendet oder beispielsweise bei Zu- und Abfahrten von Siedlungen zu Autobahnen installiert. Genaue Zahlen wurden hierfür nicht aufgezeichnet, die mobilen KES brächten aber „wesentlich mehr“ Treffer als die stationären Einheiten, so Wendler. Sie kommen auch österreichweit bei der Einheit für Ausgleichsmaßnahmen zum Einsatz. Pro Anlage, die drei Fahrstreifen erfassen kann, müsse mit etwa 50.000 Euro gerechnet werden.
Aus Sicht der Exekutive sind die Kameras eine „positive Ergänzung zu den üblichen Fahndungsmethoden“, meinte der Kriminalist. Sie würden einen „wesentlichen Beitrag“ zur Kriminalitätsbekämpfung darstellen, mit der Ausbeute an Treffern sei man jedenfalls zufrieden. Eine Aufstockung der stationären Anlagen sei derzeit aber nicht geplant. (APA)
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